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„Es ist schön, dass wir nicht mehr auf eine Sandbank schauen, sondern auf eine Tribüne mit Fans.“

Saisonbeginn

Abschied von der Sandbank

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Darmstadt 98 geht mit Optimismus und einer neuen Tribüne ins erste Heimspiel der Saison.

Die Vorfreude sei groß, sagte Dimitrios Grammozis am Freitagmittag: „Es ist schön, dass wir nicht mehr auf eine Sandbank schauen, sondern auf eine Tribüne mit Fans.“ Was zu den, wie man meinen könnte, Mindestansprüchen bei einem Fußball-Zweitligisten gehört, löst beim SV Darmstadt 98 Frohsinn aus. Der Unterrang der neuen Gegengerade des Stadions am Böllenfalltor ist nach mehrmonatiger Bauphase nämlich fertiggestellt, pünktlich zum ersten Heimspiel der Saison 2019/20 gegen Holstein Kiel am Sonntag (15.30 Uhr): Stehplätze für Heimfans und den Gästeblock. Der Oberrang mit Sitzplätzen soll bis Ende des Jahres fertig werden.

Darmstadts Trainer Grammozis bedankte sich bei allen Beteiligten, „weil es für die Spieler und insgesamt ein ganz anderes Feeling ist, wenn dort wieder Zuschauer sind. Das gibt uns vielleicht wieder ein paar Prozentpunkte mehr.“ Und er ließ keinen Zweifel daran, dass die Lilien gegen Kiel jeden verfügbaren Prozentpunkt mobilisieren müssen für den ersten Heimsieg. „Das ist eine sehr starke Mannschaft mit sehr viel offensiver Qualität, da müssen wir unsere Defensive beibehalten“, sagte Grammozis. Man dürfe nicht den Fehler machen und sagen, dass Kiel schwächer als der HSV sei: „So ist es nämlich nicht.“

Beim Aufstiegsfavoriten in Hamburg hatten die Darmstädter am vergangenen Wochenende zum Saisonauftakt 1:1 gespielt, ein gutes Ergebnis eigentlich bei den ambitionierten Hanseaten, nüchtern betrachtet. Wobei es den Lilien zunächst arg schwergefallen war, die Dinge nüchtern zu betrachten. Der Ausgleichstreffer in der 98. Spielminute, nach einer umstrittenen Elfmeterentscheidung durch Videobeweis, hatte den Südhessen ordentlich zugesetzt. „Man kann sich vorstellen, was es bedeutet, in der letzten Minute noch einen Gegentreffer zu bekommen“, erläuterte Grammozis: „Es war klar, dass die Jungs die ersten zwei Tage geknickt waren. Aber wir müssen einfach die positiven Sachen, die wir gezeigt haben, mitnehmen.“

Positiv aus Darmstädter Sicht war zum Beispiel, wie man nach dem sehr glücklichen 0:0 zur Pause in Halbzeit zwei aufgetreten war, begünstigt durch den fliegenden Start mit Tim Skarkes Führungstreffer 14 Sekunden nach Wiederanpfiff. Danach hatten die Lilien die Hamburger Offensive im Griff, verschluderten ihrerseits aber mehrmals einen zweiten Treffer in Umschaltsituationen. Die Suche nach der richtigen Mischung aus Risiko und Vorsicht umtreibt Grammozis auch vor dem Spiel gegen die angriffsstarken Kieler mit dem neuen Trainer André Schubert. „Wir müssen schauen, dass wir einen guten Mix aus dem Spiel mit dem Ball und gegen den Ball finden.“

Zur Verfügung steht wieder Angreifer Mathias Honsak nach überstandener Knöchelverletzung. Gegen seine alten Kameraden – der Österreicher war in der vergangenen Saison von RB Salzburg an Holstein ausgeliehen – winkt dem 22-Jährigen womöglich gleich ein Startelfmandat. Dann natürlich an der Seite von Marvin Mehlem, dessen Vertragsverlängerung in dieser Woche Grammozis erfreute: „Es ist ein sehr klares Signal von einem Spieler, der umworben wurde von einigen Vereinen. Das ist für uns eine sehr schöne Bestätigung.“

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