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Schiedsrichter Tobias Stieler checkt den Monitor - aber später verzichtete er in einer umstrittenen Szene darauf - zum Verdruss des SC Paderborn.
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Schiedsrichter Tobias Stieler checkt den Monitor - aber später verzichtete er in einer umstrittenen Szene darauf - zum Verdruss des SC Paderborn.

Umstrittener Dortmunder Pokalsieg

„Dann machen wir uns zum Affen“

  • vonBenedikt Ophaus
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Paderborns Trainer Steffen Baumgart ärgert sich mächtig über Schiri Tobias Stieler, doch der Referee hat am Ende sogar Recht.

Steffen Baumgart war außer sich. Paderborns Trainer hatte kein Verständnis, dass Schiedsrichter Tobias Stieler nach dem umstrittenen 3:2-Siegtor für Borussia Dortmund in der Verlängerung des Pokal-Achtelfinales nicht selbst einen Blick auf den Monitor warf. „Nicht rauszugehen, um sich das anzugucken, das ärgert mich. Dann machen wir uns zum Affen“, sagte Baumgart. 4:47 Minuten hatte es gedauert, bis Stieler den Treffer von Erling Haaland bestätigte. Baumgart, mal wieder nur im T-Shirt an der Seitenlinie, klagte: „Wir stehen da und frieren uns minutenlang den Arsch ab.“ Und: „Respekt bedeutet auch, sich den Scheiß anzugucken.“ Der Frust des Zweitligisten über die schwierige Kommunikation war verständlich. Wenn schon die Protagonisten die Entscheidungen zwischen Schiedsrichter und Kölner Keller nicht mehr nachvollziehen können, wie soll es dann den Fans gelingen? Allerdings: Stielers Entscheidung war laut Regelwerk korrekt. Wer auch immer sich diese Regelauslegung ausgedacht hat.

Dass Haaland theoretisch (einige Zentimeter) im Abseits stand, war wohl immerhin unstrittig. Das Abseits des Norwegers konnte aber nicht gewertet werden – da Paderborns Svante Ingelsson nach Stielers Wahrnehmung zuvor das Zuspiel von Thomas Delaney berührt hatte, wenn auch nur mit dem Schnürsenkel. Stieler sah eine bewusste Aktion Ingelssons – und damit laut Regelwerk eine Aufhebung der Abseitsposition. Denn der Ball kam so nicht mehr von Delaney, sondern vom Gegner. Der Videoassistent konnte die Wahrnehmung des Unparteiischen mit Hilfe der TV-Bilder „nicht zweifelsfrei“ widerlegen. Für eine Empfehlung an Stieler, sich die Szene selbst anzuschauen, gab es somit schlicht keinen Anlass – auch wenn es für die Kommunikation gegenüber den Paderbornern sicher die elegantere Lösung gewesen wäre. Es hätte aber nicht den DFB-Anweisungen entsprochen.

Stieler hatte sich bei seiner Einschätzung wohl auch auf sein Gehör verlassen. Im nahezu menschenleeren Dortmunder Stadion war Ingelssons Ballkontakt offenbar tatsächlich zu hören – Audio-Aufnahmen sollten das später belegen. „Ich weiß auf jeden Fall, dass er ihn berührt hat, ich habe es bis hinten gehört“, sagte BVB-Profi Emre Can.

DFB-Rüffel für Baumgart

Übrigens: Ob sich die Flugbahn des Balles ändert, oder wie stark die Berührung tatsächlich ist, spielt beim sogenannten „Deliberate Play“ keine Rolle – womit sich über die Sinnhaftigkeit der Regel durchaus streiten lässt.

Für Steffen Baumgart wird der Pokalabend abgesehen vom bitteren Ausscheiden keine weiteren Auswirkungen haben. Dem Trainer bleibt nach seiner Wutrede eine Strafe durch den DFB erspart. Der 49-Jährige wurde am Mittwoch durch den Verband lediglich dazu aufgerufen, „sich zukünftig in seiner Wortwahl zu mäßigen und an seine Vorbildfunktion als Trainer zu denken“.

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