Hält ab sofort für den FSV die Bälle fest: Daniel Endres. 
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Hält ab sofort für den FSV die Bälle fest: Daniel Endres. 

FSV Frankfurt

Daniel Endres will’s nochmal wissen

  • vonStefan Fritschi
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Der langjährige Keeper von Kickers Offenbach peilt einen Stammplatz beim Regionalligisten FSV Frankfurt an. Über seinen Ex-Arbeitgeber schweigt er lieber.

Den Namen seines ehemaligen Arbeitgebers, bei dem er über viele, viele Jahre hinweg zu einer Identifikationsfigur avancierte, mied Daniel Endres. Auf die Frage, welcher Gegner in der neuen Saison die meisten Emotionen bei ihm wecken dürfte, antwortete der 35-Jährige nur: „Es wird ein Highlightspiel werden. Auch für die Zuschauer.“ Wann es zum Match seines neuen Teams FSV Frankfurt mit den Offenbacher Kickers kommen wird und wie viele Zuschauer überhaupt im Stadion zugegen sein dürfen, ist noch fraglich. Doch eines ist schon jetzt klar: Endres wird alles daran setzen, zwischen den Pfosten zu stehen – und nicht nur gegen den OFC.

Wenn für jemand Vereinstreue ganz wichtig ist, dann fällt der Name Daniel Endres. Fast ein Vierteljahrhundert trug er das Torwarttrikot der Rot-Weißen, spielte in dieser Zeit für diverse Jugendteams des Offenbacher FC, für die Reservetruppe und freilich als Profi in der Ersten Mannschaft. Endres entwickelte sich nicht nur zu einem der besten Keeper der Regionalliga Südwest, sondern sammelte auch Erfahrung in der zweiten und Dritten Liga; an den damaligen Routiniers Cesar Thier und Robert Wulnikowski kam der 1,84-Meter-Mann aber nicht vorbei. Nach einem reibungsvollen wie emotionalen Abschied im Mai 2019 vom Bieberer Berg und einem folgenden einjährigen Gastspiel beim FC Bayern Alzenau will sich Endres nun am Bornheimer Hang beweisen.

Zwar stand eine Vertragsverlängerung bei den Unterfranken zur Debatte, doch das Gesamtpaket der Bornheimer überzeugte ihn offensichtlich mehr. „In Alzenau habe ich mich wohl gefühlt. Ich habe Pro und Contra abgewogen“, sagt Endres. Und die Entscheidung sei klar zugunsten des FSV ausgefallen. Es ist eben nicht nur die Aussicht, als Mittdreißiger das Tor eines Regionalligisten zu hüten, sondern es bestehe auch die Perspektive, nach Abschluss der aktiven Laufbahn bei den Bornheimern tätig zu sein. „Ich möchte dann den Trainerschein machen“, sagt er. Der Einstieg als Torwarttrainer und/oder im Nachwuchsleistungszentrum liegt da nahe.

Zweikampf mit Mujezinovic

Zunächst gilt es für Daniel Endres aber, den Zweikampf mit dem bisherigen Stammkeeper Kenan Mujezinovic (25) zu bestehen. Der Deutsch-Bosnier hatte vergangene Saison Marco Aulbach den Rang abgelaufen und mit seiner ruhigen, sicheren Art spürbar dazu beigetragen, dass die Gegentrefferquote reduziert werden konnte. „Ich möchte schon spielen, muss dafür aber auch Leistung zeigen“, sagt Endres. Der 18-jährige Jannik Kraft wird von beiden reichlich profitieren, über die Rolle der Nummer drei aber nicht hinauskommen.

Dass er am Montag beim Trainingsauftakt wieder auf dem Platz und im Tor stand, nennt Endres ein „geiles Gefühl“. Zuletzt hatte er sich mit Läufen im Wald und im Fitnessstudio in Schuss gehalten. „Wir müssen als Mannschaft zusammenwachsen und wollen ein paar Plätze nach oben klettern“, beschreibt er die Ambitionen. Seit dem Abstieg aus der Dritten Liga vor drei Jahren hat sich der FSV Frankfurt immer nach unten orientieren müssen, aufgrund eines relativ bescheidenen Etats war allerdings auch kaum mehr möglich gewesen. Auf Rang 14 in der Saison 2017/18, als praktisch mit einem komplett neuen Aufgebot gearbeitet werden musste, folgte zweimal der zwölfte Platz. „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesem Kader für die eine oder andere Überraschung sorgen können“, sagt Daniel Endres – am liebsten gegen seinen Herzensklub Offenbacher FC Kickers von 1901.

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