Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Spielabbruch

Champions-League-Eklat: Spieler setzen vor Wiederanpfiff klares Zeichen gegen Rassismus

  • Melanie Gottschalk
    vonMelanie Gottschalk
    schließen
  • Joel Schmidt
    schließen

Das Champions-League-Spiel zwischen PSG und Istanbul Basaksehir wurde am Dienstagabend wegen einer rassistischen Äußerung abgebrochen. Am Mittwoch stand die Fortsetzung an.

  • Am Dienstagabend (08.12.2020) wurde in Paris ein Champions-League-Spiel frühzeitig abgebrochen.
  • Einer der Schiedsrichter soll eine rassistische Äußerung getätigt haben.
  • Am Mittwoch wurde das Spiel ab Minute 14 fortgesetzt. Die Startspieler haben ihm eine symbolische Geste gegen Rassismus vorangestellt.

+++ 21.01 Uhr: Das am Dienstag (08.12.2020) abgebrochene Champions-League-Spiel zwischen Paris St. Germain und Basaksehir Istanbul wurde am Mittwochabend fortgesetzt. Weil die UEFA die Rote Karte für Istanbuls Co-Trainer Pierre-Achille Webo ausgesetzt hat, durfte dieser während des Spiels auf der Bank sitzen, wie Frankreichs Meister auf seiner Homepage vorab mitteilte. Webo sah die Karte beim Spiel am Dienstag und wurde in diesem Zusammenhang offenbar vom vierten Offiziellen Sebastian Coltescu rassistisch beleidigt. Das Spiel wurde daraufhin in der 13. Minute abgebrochen.

„Nein zu Rassismus“ steht in französischer Sprache auf einem Banner kurz vor dem Wiederanpfiff im Prinzenpark-Stadion in Paris

Wiederanpfiff der Partie Paris St. Germain gegen Basaksehir Istanbul: Zeichen gegen Rassismus

Im Pariser Stadion Prinzenpark wurden vor dem Wiederanpfiff der Partie Transparente mit Botschaften gegen Rassismus aufgehängt, berichtet die dpa. Die Startaufstellung der Teams Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir setzte außerdem kurz vor Anpfiff selbst noch ein Zeichen gegen Rassismus. Während im Stadion die Champions-Leauge-Hymne lief, trafen sich alle Startspieler sowie das Schiedsrichtergespann am Mittelkreis und knieten gemeinsam kurz nieder, die meisten mit erhobener Faust.

Damit griffen sie eine Geste der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung auf, die jüngst auch von der antirassistischen „Black Lives Matter“-Bewegung aufgegriffen worden ist. Bei den Olympischen Spielen 1968 machten die afroamerikanischen Athleten Tommie Smith und John Carlos die Geste durch ihren Einsatz auf dem Siegerpodest erstmals weltweit bekannt.

Das Spiel am Mittwoch endete übrigens mit einer 1:5-Niederlage des türkischen Meisters. Damit zog PSG als Gruppenerster vor RB Leipzig in die K.o.-Runde ein.

Rassismus-Eklat in der Champions-League: Jetzt reagiert die UEFA

+++ 16.28 Uhr: Die UEFA hat am Mittwoch (09.12.2020) erklärt, wegen der Vorfälle beim abgebrochenen Champions-League-Spiel zwischen Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir Untersuchungen aufzunehmen. Demnach heißt es, dass ein Ethik- und Disziplinar-Inspektor ernannt wurde, um eine Untersuchung über den Abbruch des Spiels einzuleiten. Ein Ergebnis werde „zu gegebener Zeit“ bekannt gegeben.

Der Vierte Offizielle Sebastian Coltescu soll sich gegenüber Basaksehirs kamerunischem Assistenztrainer Pierre Webo rassistisch geäußert haben, daraufhin hatten am Dienstagabend sowohl die Istanbuler als auch Gastgeber aus Paris den Rasen verlassen. Nach längerer Diskussionen einigte man sich auf einen Spielabbruch.

Rassismus-Eklat in der Champions League: PSG-Spieler melden sich zu Wort

+++ 14.15 Uhr: Die beiden Stars von Paris St. Germain, Neymar und Kylian Mbappé, haben sich nach dem Spielabbruch im Pariser Prinzenpark zu dem Vorfall geäußert. Neymar postete ein Bild auf Twitter, auf dem er eine Faust ballt. Im Text nimmt er Bezug auf die Anti-Rassismus-Kampagne „Black Lives Matter“.

Sein Teamkollege Kylian Mbappé solidarisiert sich mit Istanbuls Assistenztrainer: „Sag nein zum Rassismus. M. Webo, wir sind bei dir.“ Das Spiel zwischen Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir wurde aufgrund einer rassistischen Äußerung des Vierten Offiziellen unterbrochen – und soll am Mittwochabend (09.12.2020) ab der 13. Minute fortgesetzt werden.

Nach Rassismus-Eklat bei Spiel von Paris gegen Istanbul: Frankreichs Sportministerin lobt Mannschaften

Update vom Mittwoch, 09.12.2020, 11.15 Uhr: Nach dem Rassismus-Eklat bei der Champions-League-Partie zwischen Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir wird die Reaktion der Profis beider Mannschaften gelobt. Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu schrieb am späten Dienstagabend bei Twitter: „Heute Abend haben Sportler, Athleten eine historische Entscheidung getroffen gegenüber einer Einstellung, die sie als inakzeptabel beurteilt haben.“ Sie warte die Ergebnisse der Untersuchung ab. „Aber ich kann die starke Symbolik ihrer Geste und ihrer Solidarität nur begrüßen.“

Die Profis beider Mannschaften hatten geschlossen das Spielfeld verlassen, nachdem der Vierte Offizielle Basaksehirs Co-Trainer Pierre Webo als „Negro“ bezeichnet hatte.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann verurteilt rassistische Äußerungen scharf

RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann verurteilte die Äußerungen ebenfalls: „Das verurteile ich aufs Schärfste. Wir leben in einer bunten Gesellschaft, das ist auch gut so, so etwas sollte nicht passieren, nicht auf dem Fußballplatz und auch sonst nirgendwo.“ Der Coach der Sachsen stand zu dieser Zeit selbst an der Seitenlinie, RB Leipzig spielte gegen Manchester United.

Während der Partie seiner Mannschaft habe er zunächst nur gehört, dass die Partie in Paris „wegen Beleidigungen“ unterbrochen worden sei, erst nach dem Schlusspfiff erfuhr er, dass es um eine rassistische Äußerung ging.

Champions-League-Spiel zwischen Paris und Basaksehir abgebrochen

Erstmeldung vom Mittwoch, 09.12.2020, 10.50 Uhr: Paris - Das Champions-League-Spiel zwischen dem französischen Fußballmeister Paris Saint-Germain (PSG) und Istanbul Basaksehir am Dienstagabend (08.12.2020) musste noch vor Ende der ersten Halbzeit abgebrochen werden. Aufgrund einer rassistischen Äußerung verweigerten die Spieler beider Clubs eine Fortsetzung der Partie.

Rassistische Äußerung im Pariser Prinzenpark: Rote Karte für Pierre Webo

Gerade einmal 14 Minuten waren im Pariser Prinzenpark gespielt, als die Partie zwischen Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir beim Stand von 0:0 unterbrochen wurde. Nach einer heftigen Auseinandersetzung an der Seitenlinie zeigte das Schiedsrichtergespann im Pariser Prinzenpark dem Istanbul Basaksehir-Assistenzcoach Pierre Webo die Rote Karte und schickte ihn auf die Tribüne.

Streit über rassistische Äußerung in Paris: Vom Außenmikrofon übertragen

In diesem Zusammenhang soll es bei dem Champions-League-Spiel jedoch noch aus einem anderen Grund Ärger gegeben haben. Wie die Nachrichtenagentur „AFP“ berichtet, sollen Mitarbeiter des türkischen Clubs den vierten Offiziellen beschuldigt haben zuvor einen rassistischen Begriff benutzt zu haben. Vertreter von Istanbul Basaksehir warfen demnach dem rumänischen Offiziellen Sebastian Coltescu vor, den Co-Trainer Pierre Webo als „Negro“ bezeichnet zu haben. Die Auseinandersetzung über die rassistische Äußerung ließ sich „AFP“ zufolge über die Außenmikrofone am Spielfeldrand im Pariser Stadion mitverfolgen.

Rassismus-Eklat in der Champions-League: Demba Ba (r) von Istanbul Basaksehir gestikuliert neben Neymar (l.) von PSG und Kylian Mbappe (2.v.l)

PSG vs. Basaksehir: Nach rassistischer Äußerung - Spieler verlassen geschlossen das Feld

Nach minutenlanger Diskussion um die rassistische Äußerung des Vierten Offiziellen entschlossen sich die Spieler von Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir nach offiziell gespielten 22:30 Minuten zu einem starken Zeichen: Sie verließen geschlossen das Spielfeld im Pariser Prinzenpark und sorgten damit für einen Abbruch der Partie.

Nach Angaben der UEFA soll die Partie zwischen Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir am Mittwochabend (09.12.2020) unter Leitung des niederländischen Schiedsrichters Danny Makkelie nachgeholt werden. Der europäische Fußballverband kündigte außerdem eine „gründliche Untersuchung“ der Vorfälle um die rassistische Äußerung an.

Champions League (CL) Beide Klubs mit deutlichen Statements gegen Rassismus

Die beiden beteiligten Clubs reagierten unmittelbar nach der rassistischen Äußerung des Vierten Offiziellen auch im Internet auf den Vorfall. So twitterte Istanbul Basaksehir umgehend das Logo der Anti-Rassismus-Kampagne „Unite against racism“ der Uefa. Der Gastgeber Paris St. Germain erklärte ebenfalls auf Twitter, dass „jegliche Form von Rassismus“ im Widerspruch zu den Werten des Vereins stünden.

Nach Spielabbruch in Paris: Auch Recep Tayyip Erdogan äußert sich zu dem Vorfall

Und auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan äußerte sich nach Abbruch der Partie und forderte die Uefa zu einem harten Durchgreifen auf. Auf Twitter schrieb Erdogan: „Ich verurteile die rassistischen Äußerungen gegen Pierre Webo auf das Schärfste und bin zuversichtlich, dass die Uefa die notwendigen Maßnahmen ergreifen wird“. Präsident Recep Tayyip Erdogan gilt als Fan des Hauptstadtklubs Basaksehir und unterhält zudem gute Beziehungen zu den Besitzern des Vereins. (Joel Schmidt mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Francois Mori/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare