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Gut drauf: Carolin Schäfer.
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Gut drauf: Carolin Schäfer.

Olympia Siebenkampf

Carolin Schäfer will es sich und der Welt zeigen

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Die Frankfurter Siebenkämpferin ist frisch geimpft, geht mit gutem Gefühl Richtung Olympische Spiele in Tokio, und mit einem großen Ziel: Edelmetall.

Für Carolin Schäfer hat es sich angefühlt, als würde sie „Gold gespritzt bekommen“. An Ostern ist die Siebenkämpferin von Eintracht Frankfurt das erste Mal mit dem Vakzin von Biontec gegen das Coronavirus geimpft worden. In eineinhalb Wochen steht der zweite Impftermin an. „Das gibt mir Sicherheit, ist eine Erleichterung und ein Privileg“, sagt die 29-Jährige am Mittwoch bei einer Pressekonferenz der Deutschen Sportlotterie. Als Polizeikommissarin hat sie die Möglichkeit ihres Arbeitgebers, sich impfen zu lassen, sehr gerne wahrgenommen. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele, die in 99 Tagen beginnen, wird Schäfer etwas entspannter durch das Olympische Dorf gehen können als womöglich viele andere Athletinnen und Athleten.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat die Vize-Weltmeisterin von 2017 ihre Kontakte stark reduziert, ist nicht mehr mit der Bahn gefahren, um nicht in eine 14-tägige Quarantäne zu müssen. „Das wäre der absolute Worst Case, dann hätte ich sieben, acht Monate Training in den Sand gesetzt“, sagt die gebürtige Bad Wildungerin. Nach ihrer verletzungsbedingten WM-Absage trainiert sie seit November 2019 in der Gruppe von Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul. „Die Trainingsmethoden sind absolut hart und der Knaller“, sagt Schäfer, die zuvor von Jürgen Sammert trainiert wurde.

Sie wollte sich damals bewusst neue Reize setzen, um im Hinblick auf Olympia noch einmal mehr aus sich rauszuholen. In Mainz wird sie von Kauls Eltern Michael und Stefanie trainiert, den Sprintbereich überwacht Harry Letzelter. „Das ist eine komplett andere Mehrkampfphilosophie. Ich musste mich um 180 Grad drehen“, sagt die 1,79-Meter große Athletin. „Wir setzen auf Qualität statt Quantität.“

Edelmetall als Ziel

„Wir haben einen besonderen Fokus auf die Schnelligkeit gelegt“, berichtet die EM-Dritte von 2018. Aber auch im technischen Bereich seien einige Elemente dazugekommen. Im Kugelstoßen ist sie von der Drehstoß- wieder zurück auf die Wechselstoßtechnik gewechselt. Safety first ist das Motto, nachdem sie 2018 bei einem Meeting in Götzis drei Fehlversuche produziert hatte und um die EM-Qualifikation bangen musste.

Die Olympia-Norm von 6420 Punkten hat die frühere Jugend-Weltmeisterin schon 2019 geknackt. Eine Medaille zu gewinnen, ist das klare Ziel von Schäfer, deren persönliche Bestleistung von 6836 Punkten aus dem Jahr 2017 stammt. Bei den Olympischen Spielen in Rio wurde sie Fünfte. Die ideellen Werte würden bei den um ein Jahr verschobenen Spielen in Tokio sicher zu kurz kommen, glaubt Schäfer. Das sei aber bei tausenden Athlet:innen aus der ganzen Welt in Zeiten einer Pandemie verständlich. „Wer jetzt körperlich und mental mit den Bedingungen am besten zurechtkommt, wird auch im Sommer die besten Chancen haben“, ist sie überzeugt. Sie hat bereits ein Handbuch mit Verhaltensregeln zugeschickt bekommen. So darf sie erst fünf Tage vor ihrem Wettkampf anreisen und muss 48 Stunden später wieder abreisen.

Eine besondere Motivation braucht die amtierende deutsche Meisterin nicht. „Ich habe mir eineinhalb Jahre den Arsch aufgerissen. Ich will der Welt und mir zeigen: Ich kann es.“ In den kommenden Wochen wird Schäfer in die ersten Wettkämpfe in Einzeldisziplinen einsteigen, unter anderem in Frankfurt Anfang Mai. Das Mehrkampf-Meeting am 29. und 30. Mai im österreichischen Götzis soll „die erste Standortbestimmung“ werden.

Bei den Olympischen Spielen, die „wohl ihre letzten sein werden“, will sie auf jeden Fall Edelmetall in der Hand halten und „vor Ort die beste Leistung bringen.“

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