Corona im Sport

Boxerin Scheurich: Vorwürfe gegen Verband nach Corona-Infektion

Boxerin Sarah Scheurich hat wegen der Corona-Infektion der fast kompletten deutschen Nationalmannschaft im österreichischen Trainingslager Vorwürfe gegen den deutschen Verband erhoben.

Sie sei vor Anreise nicht informiert worden, dass es im selben Hotel in Längenfeld bereits bei der Vorbereitung des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 einen positiven Fall gegeben habe, sagte die Schwerinerin dem NDR-Sportclub am Sonntag. Tatsächlich seien die Mannschaftvertreter jedoch darüber informiert worden, sagte Leistungssportreferent Martin Volke.

Scheurich sieht sich getäuscht, weil Sportdirektor Michael Müller in der Öffentlichkeit mit den Worten zitiert wurde: „Es war klar, dass so etwas kommt. Wenn es dieses Mal gut gegangen wäre, hätte es uns vielleicht beim nächsten Mal erwischt.“ Die 27 Jahre alte Mittelgewichtlerin erwiderte daraufhin: „Sollte das wahr sein, grenzt es an Körperverletzung. Das heißt ja: Man schickt uns in ein Trainingslager und rechnet damit, dass wir uns infizieren.“

Müller bestreitet, dass die Aussage so gefallen ist. „Ich weise Falschmeldungen mit aller Schärfe zurück“, sagte der Sportdirektor am Montag. Von den 16 Sportlern und sieben Betreuern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, sollen nach Ablauf der zehn- bis 14-tägigen Isolation im Hotel die Ersten am Dienstag zurückreisen können. Die Letzten müssen bis Samstag warten. Entscheidend ist der Gesundheitszustand, der in sogenannten Wohlfühlprotokollen täglich dokumentiert werden muss. Verantwortlich ist das Gesundheitsamt Tirol. Scheurich geht es wieder besser. „Geschmacks- und Geruchssinn sind überhaupt nicht da, sonst ist es eigentlich okay“, sagte die deutsche Meisterin. (spo)

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