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Neymar (3.v.l.) gehört zu den Spielern, die sich schon am Spielfeldrand und später in sozialen Netzwerken mit dem kamerunischen Assistenztrainer ihres Gegners, Pierre Webo, solidarisierten.
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Neymar (3.v.l.) gehört zu den Spielern, die sich schon am Spielfeldrand und später in sozialen Netzwerken mit dem kamerunischen Assistenztrainer ihres Gegners, Pierre Webo, solidarisierten.

Kommentar

„Nein zu Rassismus“ lautet die Botschaft der Fußball-Weltstars nach Vorfall in Paris

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Die vom vierten Offiziellen in der Champions-League-Partie zwischen Paris Saint-Germain und Basaksehir Istanbul überschrittene Rote Linie ist ein Lehrstück für uns alle. Der Kommentar.

Auch ein Fußballspiel, das schon nach einer Viertelstunde abgebrochen wird, kann als ein großes Fußballspiel im kollektiven Gedächtnis haften bleiben. Just jene 75 Minuten, die von der Partie der Champions League zwischen Paris Saint-Germain und Basaksehir Istanbul am Dienstagabend nicht gespielt wurden, waren beeindruckend geschichtsträchtig. Weil dabei die Rote Linie, die nicht im Sport und nicht sonstwo im Leben übertreten werden darf, noch einmal scharf nachgezogen wurde.

Der Donnerhall der Wucht, mit der sich die Pariser Weltstars Kylian Mbappé und Neymar schon am Spielfeldrand und später in sozialen Netzwerken mit dem kamerunischen Assistenztrainer ihres Gegners, Pierre Webo, solidarisierten, geht um den Globus. So schaffen es Profifußballspieler, die verbale Entgleisung eines Offiziellen in eine Botschaft zu gießen, die nicht nur in Verbandsslogans vor sich hergetragen, sondern tatsächlich gelebt wird: Nein zu Rassismus.

Die Plattform dafür hätte am Dienstagabend kaum größer sein können. Gut, dass sie von den beiden Mannschaften genutzt wurde. Schlecht, dass sie prompt vom türkischen Despoten Recep Tayyip Erdogan missbraucht wurde. Der dem Verein Basaksehir nahestehende Regierungschef übermittelte noch in der Nacht im falschen Gewand einen richtigen Satz: „Wir sind bedingungslos gegen Rassismus und Diskriminierung im Sport und in allen Lebensbereichen.“ Die zahllosen politischen Häftlingen dürften solch salbungsvolle Worte erschaudern lassen.

Was die Rolle des rumänischen Schiedsrichterassistenten Sebastian Coltescu angeht, sollte bei aller verständlicher öffentlicher Erregung auch acht gegeben werden, dass der Bannstrahl der Empörung nicht mit zu viel Härte auf einen Menschen gerichtet wird, der in dieser Situation auch des Schutzes bedarf. Der Pranger, an dem er nun steht, dürfte ihn sein weiteres Leben lang begleiten. Wir kennen Coltescu zu wenig, um beurteilen zu können, was er für ein Mensch ist. Deshalb wäre es ratsam, wenn sich der Umgang mit der Situation in der 14. Spielminute im Pariser Prinzenpark an der rassistischen Äußerung orientiert, nicht an der Person.

Ja, Coltescu hat in diesem einen Moment der Eskalation in seiner Rolle komplett versagt. Die Demütigung, die er Pierre Webo schenkte, hat er als vielfache Verachtung zurückgespiegelt bekommen. Es ist nicht nur ein Lehrstück für ihn, sondern für uns alle.

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