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Darts: Boomende Märkte

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Von: Timur Tinç

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Gut, aber nicht gut genug für Halbfinalgegner Smith im Alexandra Palace: Gabriel Clemens.
Gut, aber nicht gut genug für Halbfinalgegner Smith im Alexandra Palace: Gabriel Clemens. © dpa

Der deutsche Dartsprofi Gabriel Clemens hat dem Sport hierzulande einen neuen Schub gegeben, auch wenn es nicht bis zum Finale der Weltmeisterschaft in London reichte.

Für den ganz großen Coup hat es für Gabriel Clemens am Ende nicht gereicht. Dafür war der Engländer Michael Smith im Halbfinale der Darts-Weltmeisterschaft einfach zu gut. Doch der 39-Jährige könnte das Feuer für die Präzisionssportart in Deutschland nun so richtig entfacht haben. „The German Giant“ war der erste deutsche Spieler, der es überhaupt in ein WM-Viertelfinale nach Version der Professional Darts Cooperation (PDC) geschafft hat.

Das Halbfinale sahen im Durchschnitt 1,99 Millionen Menschen bei Sport1. Nicht gezählt sind diejenigen, die sich die Übertragung beim Streamingdienst Dazn mit der „Stimme des Darts“ Elmar Paulke angeschaut haben. Paulke kommentiert Darts, seit sich seinerzeit das DSF im Jahr 2005 erstmals die Rechte an der WM gesichert hat. Er hat einen großen Anteil daran, dass Darts in Deutschland nicht mehr als Kneipensport wahrgenommen wird, sondern als ernstzunehmender Sport. Auch wenn die meisten professionellen Dartsspieler nicht wie Modellathleten aussehen.

Garbriel Clemens hat sein Können erstmals auf einer TV-Bühne gezeigt.

Was immer fehlte war ein Deutscher, der den Durchbruch schafft und zeigt, dass er es mit den besten Spielern der Welt aufnehmen kann. Seit 2006 nehmen deutsche Spieler an der WM teil. Bis auf kleinere Erfolge konnte niemand dem Hype wirklich gerecht werden. Doch der Saarländer Clemens hat sich mit Fleiß und Ausdauer in die Weltspitze gespielt und auf der Pro-Tour sein Können bewiesen. Nur auf den großen TV-Bühnen hat er es bis zu dieser WM nicht abrufen können. Das hat sich nun geändert. Clemens hat sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen.

Natürlich muss sich jetzt erst einmal zeigen, dass Clemens dieses Niveau halten kann. Vielleicht schaffen es auch in seinem Sog andere Spieler, wie etwa Martin Schindler, der ebenfalls eine gute WM gespielt hat und nur knapp an Smith in der dritten Runde gescheitert, ihr Spiel auf ein anderes Niveau zu heben.

Der deutsche Darts-Markt ist wichtig für die PDC

Der Erfolg von Clemens wird mit Sicherheit einige Menschen angefixt haben, sich selbst mal an der Dartsscheibe zu probieren. Seit mehreren Jahren verkaufen alle großen Supermarktketten pünktlich zur Weihnachtszeit alles, was der Hobby-Pfeilewerfer benötigt. Um es dann wirklich auf die großen Bühne zu schaffen, braucht es sehr viel Disziplin und viele Wettkämpfe auf hohem Niveau. Das ist in Deutschland schon besser geworden, doch die großen Turniere steigen weiter in Großbritannien.

Darts wird jedoch immer globaler, der deutsche Markt gehört zu einem der wichtigsten. Zahlreiche PDC-Turniere finden im gesamten Bundesgebiet statt, der Ticketverkauf für dieses Jahr läuft bereits auf Hochtouren. Die deutschen Darts-Fans pilgern in Scharen nach London in den Alexandra Palace, um an der Party teilzuhaben. Alleine 800 Deutsche waren beim Halbfinale von Clemens unter den 3200 Zuschauerinnen und Zuschauern im „Ally Pally“.

Bis zu einem deutschen WM-Sieger ist es jedoch noch ein sehr weiter Weg. Dafür ist die internationale Konkurrenz noch zu stark. Gabriel Clemens hat aber gezeigt, dass man in diese Phalanx vordringen kann.

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