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Blackys Blackout: Handball-Legende outet sich mit Aussage als ewig Gestriger

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Von: Jörg Hanau

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Unbedachte Aussage? Christian „Blacky“ Schwarzer sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt.
Ungeheuerliche Aussagen zu Schiedsrichterinnen im Handball: Christian „Blacky“ Schwarzer. (Archivfoto) © IMAGO / foto2press

Ex-Nationalspieler Schwarzer fällt mit seiner unsäglichen Meinung zu Schiedsrichterinnen im Handball aus der Zeit. Von Diversität und Gleichberechtigung hält er nicht viel – traurig. Ein Kommentar.

Frankfurt - Es ist einfach nur noch traurig - und deshalb auch so unfassbar wie dumm. Christian Schwarzer, einst ein Fels am deutschen Kreis, als Welt- und Europameister hochdekoriert und -angesehen, hat sich mit seinen kruden Gedanken über den Einsatz weiblicher Referees bei der zur Zeit in Schweden und Polen ausgespielten Männer-WM als ein ewig Gestriger geoutet. Im Podcast „Erhellendes von Blacky Schwarzer“ gab der einstige Sympathieträger des deutschen Handballs Einblicke in die dunkle Welt eines in die Jahre gekommenen alten, weißen Mannes, dem Diversität und Gleichberechtigung offenbar körperliche Schmerzen verursachen.

Seine Ablehnung von Schiedsrichterinnen im Männer-Handball („Keine Ahnung, wie man da auf die Idee gekommen ist, Frauen bei den Männern pfeifen zu lassen“, „die können bei den Frauen pfeifen – und Männer pfeifen bei den Männern“, „es ist immer schwieriger für uns, wenn Frauen pfeifen“) kann einen nur beschämen und lässt erahnen, welchen Einfluss der heute 53 Jahre alte Jugendkoordinator und -trainer des Handballverbands Saar auf den handballspielenden Nachwuchs nimmt.

Schwarzers „Erhellendes“ ist völlig aus der Zeit gefallen

Im Deutschen Handballbund sind die Verantwortlichen jedenfalls schon mal hellhörig geworden. Es wird interessant zu beobachten sein, mit welcher Konsequenz die Herren Funktionäre nun das Gespräch mit Blacky Schwarzer nach dessen Blackout suchen.

Die freie Meinungsäußerung steht außer Frage - und doch: Schwarzers „Erhellendes“ ist völlig aus der Zeit gefallen. In einer aufgeklärten Gesellschaft ist nicht mehr das Geschlecht entscheidend dafür, wer beispielsweise bei einer Handball-WM die Pfeife in den Mund nehmen darf und wer nicht. Die Qualität der Leistung ist das einzige heranzuziehende Kriterium. Und das betrifft ganz sicher nicht nur die Welt des Sports.

In seiner aktiven Karriere habe er Schiedsrichterinnen auf dem Feld „auf gar keinen Fall“ vermisst, sagte Christian Schwarzer dann noch. Das gilt ganz sicher auch für Schwarzers nicht ins Jahr 2023 passende Geschlechterbild. Wie gesagt: unfassbar und dumm. (Jörg Hanau)

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