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Die Bauchmuskeln zwicken: Novak Djokovic
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Die Bauchmuskeln zwicken: Novak Djokovic

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Betäubt Down Under

  • Jakob Böllhoff
    vonJakob Böllhoff
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Novak Djokovic ist der beste Tennisspieler der Welt - er schluckt Schmerzmittel, um seinen Job überhaupt machen zu können. Im Grunde ist das ein Skandal.

Novak Djokovic, 33, ist verletzt. Es sind die Bauchmuskeln, womöglich ein Riss, wie der zurzeit beste Tennisspieler der Welt sagt. Trotzdem spielt der Serbe im Halbfinale der Australian Open, einem der wichtigsten und schwierigsten Tennisturniere des Jahres, und er hat gute Aussichten auf den Titelgewinn. Beim Sieg im Viertelfinale, gegen den zehn Jahre jüngeren Alexander Zverev, zeigte er keinerlei Anzeichen von körperlicher Schwäche, vielmehr zermürbte Djokovic den juvenilen Gegner durch seine typische, ultraathletische Spielweise. Die lädierten Bauchmuskeln schienen keine Probleme zu machen. Seltsam.

Wie das möglich ist, erläuterte Djokovic bemerkenswert freimütig selbst: „Ich nehme starke Schmerzmittel. Ich könnte viel mehr Schaden anrichten, aber es könnte auch in eine gute Richtung gehen. Ich werde es nicht wissen, bis ich aufhöre, Schmerzmittel zu nehmen. Sie verbergen irgendwie, was wirklich passiert.“

Djokovics Ego-Show

Im Grunde ist das ein Skandal. Die Probleme mit Schmerzmittelmissbrauch im Sport und auch im Amateursport sind bekannt und belegt, und da kommt die Nummer eins der Welt, einer der besten, irgendwann vielleicht sogar der erfolgreichste Tennisprofi der Geschichte, und erzählt, dass er seinen Körper betäubt, um ihn benutzen zu können.

Einmal mehr zeigt Djokovic hiermit, dass er als Vorbild nicht taugt, dass er zwar ein historisch guter Sportler ist, aber niemals ein großer. Er zeigt, dass es ihm schwerfällt, über die Grenzen seines Kosmos hinauszublicken und Verantwortung für sein Wirken zu übernehmen. Es ist beileibe nicht das erste Mal. Die Bilder, wie er im Rahmen der von ihm veranstalteten Adria-Tour vor ein paar Monaten oberkörperfrei auf einer Party feierte, mitten in einer Pandemie, sind ein anderes Beispiel für Djokovics andauernde Ego-Show.

Natürlich kann der Mann mit seinem Körper veranstalten, was er will, und jeder weiß, dass viele Spitzensportler ihren Körper ausbeuten bis zum Gehtnichtmehr. Aber es muss ein Problembewusstsein geben. Ein Amateursportler ist nicht in der Lage, die Folgen einer verschleppten Verletzung so aufzufangen wie eine hunderte Millionen Euro schwerer Profi mit bester medizinischer Betreuung.

Aber vielleicht ist das zu viel verlangt von Novak Djokovic, der ein Gewinner sein will, sogar in der Niederlage, für deren Fall er in Australien durch den offenen Umgang mit der Blessur argumentativ vorgesorgt hat. Manchem Kollegen auf der Tour gefällt das gar nicht. Man kennt Djokovics Eskapaden im Umgang mit Verletzungen und Verletzungsunterbrechungen. Der Vorwurf der Simulation steht latent im Raum – auch jetzt wieder. Dafür gibt es keine Beweise. Jene für einen skandalösen Umgang mit Schmerzmitteln hat Djokovic dagegen selbst geliefert.

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