Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schon wieder getroffen: Robert Lewandowski.
+
Schon wieder getroffen: Robert Lewandowski.

Volltreffer: Robert Lewandowski

Besser als Gerd Müller

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
    schließen

Bayerns Torjäger könnte einen Uralt-Rekord der Liga knacken.

Gerd Müller, das ist hinlänglich bekannt, hatte das Toreschießen zur Berufung erhoben. „Bomber der Nation“ wurde der Fußballer getauft, den Knalleffekte im Strafraum durch die Karriere trugen. Und neben seinen vielen Bestmarken kommen immer wieder jene 40 Tore zur Sprache, die „kleines, dickes Müller“ (O-Ton seines Ex-Trainers „Tschik“ Cajkovski) in der Saison 1971/72 erzielte. Eine Marke, die nie wieder erreichbar sein würde – darüber waren sich Experten und Zeitzeugen über Jahrzehnte einig.

Doch mittlerweile wackelt der Rekord. Viele glauben sogar im Grunde schon, er sei gefallen. Nach seinem Dreierpack im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund (4:2) steht Robert Lewandowski bei 31 Treffern. Nach 24 Spieltagen. Fünf mehr als Müller zum gleichen Zeitpunkt. Neun Tore fehlen, um die Geschichte umzuschreiben. „Ich habe den Rekord nicht im Kopf“, beteuerte der Weltfußballer am Samstagabend, „das ist noch zu früh.“ Wer den Polen ein bisschen kennt, weiß um dessen extremen Ehrgeiz, der ihn täglich auf dem Trainingsplatz oder an den Fitnessgeräten antreibt – und sein Bestreben, sich in den Annalen der deutschen Bundesliga zu verewigen.

Haaland zollt Respekt

Der 32-Jährige ist beseelt davon, für staunende Münder zu sorgen. Auch wenn „Lewa“ sich längst als mannschaftsdienlicher Mitspieler erweist, wird er in dieser Hinsicht ein Egoist bleiben. Torjäger können diesbezüglich gar nicht anders.

Seine 31 Treffer hätten bereits in bemerkenswerten 52 der 57 Bundesliga-Spielzeiten gereicht, um die Torjägerkanone zu erhalten. Auch gegen den nur anfangs mutigen Herausforderer aus Dortmund traf Münchens Tormaschine wie selbstverständlich aus Nahdistanz (26.), per Foulelfmeter (44.) und außerhalb des Strafraums (90.). Das Potpourri seiner Fähigkeit ist jedes Mal aufs Neue verblüffend – auch wenn der gebürtige Warschauer nunmehr schon seit 2010 in der Bundesliga spielt – die ersten vier Jahre dabei im BVB-Trikot.

Dortmunds Doppeltorschütze Erling Haaland hatte eine derartige Demonstration seines Pendants fast befürchtet: Wann immer er treffe, sagte der erst 20 Jahre alte Norweger vorher, erziele Lewandowski einen Hattrick „als wäre es das Normalste auf der Welt“. Ein Sonderlob gab es naturgemäß auch von Bayern-Trainer Hansi Flick.

Obwohl den Münchnern der Konkurrent Leipzig noch im Nacken sitzt, finden viele Lewandowskis Fernduell mit der Legende Müller mindestens genauso interessant. Und da lohnt ein näherer Blick: In der nun anstehenden Saisonphase ließen in den 70er Jahren gerne viele Teams die Zügel schleifen, wenn die Abstiegsgefahr gebannt und die Europapokalplätze außer Reichweite waren. Oder sie spielten unter Vernachlässigung der Abwehr einfach für den Rest der Saison munter nach vorne. Ein Königreich für einen Goalgetter.

Müller, 75, inzwischen schwer von Demenz gezeichnet, benötigte nur sechs Begegnungen an den letzten zehn Spieltagen, um noch 14 Tore zu erzielen: Er traf drei Mal gegen den VfL Bochum (5:1/ 25. Spieltag), zwei Mal gegen den VfB Stuttgart (4:1/26. Spieltag), wieder drei Mal gegen Werder Bremen (6:2/27. Spieltag), zwei Mal gegen den HSV (4:3/ 30. Spieltag), einmal gegen den 1. FC Köln (4:1/ 31. Spieltag) und noch drei Mal gegen Eintracht Frankfurt (6:3/ 32. Spieltag). Fertig waren die 40. Eingedenk dieser Fakten ist nicht ausgemacht, dass Robert Lewandowski den für die Ewigkeit gedachten Rekord wirklich bricht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare