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Deutschland gegen die Übermacht

Tischtennis bei Olympia 2021: Deutschland im Finale - „Die Chinesen sind schlagbar“

  • VonMichael Wilkening
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Deutschland trifft im Tischtennis-Finale bei Olympia 2021 auf die Übermacht aus China, glaubt aber an das Wunder.

Tokiov - Es waren ganz sicher andere Zeiten, aber die Dominanz der Chinesen im Tischtennis gab es auch 1989 schon. Steffen Fetzner, den alle „Speedy“ nennen, und Jörg „Rossi“ Roßkopf wussten um die Stärke der Konkurrenz aus dem Reich der Mitte, aber sie verspürten keine Angst. Auf dem Weg zum WM-Titel im Doppel schaltete das deutsche Duo in der Westfalenhalle im Dortmund im Halbfinale die Chinesen aus.

Roßkopf, inzwischen Bundestrainer der deutschen Männer, dachte an den großen Moment seiner aktiven Karriere zurück, als er im Metropolitan Gymnasium bei Olympia 2021 in Tokio über die nahe Zukunft sprach. „Die Chinesen sind schlagbar“, sagte der 52-Jährige und klang dabei durchaus überzeugt. Die deutschen Tischtennisspieler haben es bei den Olympischen Spielen ins Finale des Teamwettbewerbs geschafft, die Silbermedaille sicher, aber der Traum von Gold lebt – auch wenn der Kontrahent übermächtig scheint.

Olympia 2021: China hat Respekt vor deutschem Tischtennis-Doppel

Wenn das deutsche Doppel mit Timo Boll und Patrick Franziska am Freitag ab 12.30 Uhr deutscher Zeit an der Platte steht und anschließend bis zu vier Einzelduelle folgen, geht es für den Außenseiter darum, den Glauben an die Chance nicht nur zu verbalisieren, sondern innerlich davon überzeugt zu sein. „Wir sind hierher gekommen, um Gold zu gewinnen“, sagte Patrick Franziska. Neben Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov komplettiert der 29-Jährige die deutsche Mannschaft, die sich mit knappen 3:2-Siegen gegen Taiwan und Japan ins Endspiel kämpften. Vor allem Ovtcharov, der im Einzel die Bronzemedaille gewann, ist in den Tagen von Tokio als Spezialist für mentale Topleistungen bekanntgeworden.

Ein wahres Team: Dimitrij Ovtcharov (vorne) gefeiert von Patrick Franziska und Timo Boll (rechts).

Auf den 32-Jährigen war bislang Verlass, auf den Routinier auch. Timo Boll absolviert gerade seine vierten Olympischen Spiele. „Klar ist China stark, aber wir werden es auf jeden Fall probieren und sind super heiß“, sagte der 40-Jährige. Boll hat unzählige Male gegen die Topstars aus Fernost gespielt, die meisten Duelle verlor er. Doch andere Erinnerungen will er vor sein geistiges Auge holen. „Wir alle haben sie auch schon geschlagen“, erklärte Boll. Der Routinier weiß um die mentale Bedeutung in seinem Sport, weshalb das Wissen, die Chinesen besiegt zu haben, für ihn eine große Bedeutung hat.

Olympia 2021: China im Tischtennis souverän und dominant

Die Chinesen wirken beim olympischen Tischtennisturnier bislang sehr souverän. Im Einzel standen sich die Topspieler Ma Long und Fan Zhendong im Finale gegenüber, machten die Goldmedaille unter sich aus, Ma Long setzte sich in 4:2-Sätzen durch. Der 32-Jährige wird in seiner Heimat ehrfurchtsvoll „der Außerirdische“ genannt, weil er das Spiel auf ein neues Niveau gehoben hat. Auf dem Weg ins Endspiel wankte er jedoch im Duell mit Ovtcharov. Das Duell gilt schon jetzt als episches Match, der Chinese gewann es in sieben hart umkämpften Sätzen. „Da haben wir gesehen, was möglich ist“, sagte Roßkopf. Der Bundestrainer ist sich des Respekts der Chinesen sicher.

Vor einigen Jahren, als Timo Boll die Weltrangliste anführte, analysierten die Asiaten den Spielstil des Deutschen, weil sie fürchten mussten, sportlich von dem Erbacher abgehängt zu werden. In China werden Boll und Ovtcharov verehrt. „Die Deutschen sind ein großer Gegner“, diktierte Ma Long den Reportern aus seiner Heimat in die Notizblöcke. An der Überzeugung, Gold im Team zu gewinnen, ändert der Respekt jedoch nichts.

Bislang blieb China im Teamwettbewerb ohne Makel, die Duelle gegen Ägypten, Frankreich und Südkorea endeten allesamt mit einem 3:0-Erfolg. Xu Xin, der dritte chinesische Topspieler, musste bislang nur im Doppel ran, sein Einzelstart war nicht mehr nötig. Das soll sich ändern. Richard Prause wagte eine selbstbewusste Prognose. „Am Freitag wird Xu Xin Einzel spielen“, sagte der Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Prause versah seine Aussage mit einem Augenzwinkern, strahlte aber gleichzeitig Zuversicht aus.

Rubriklistenbild: © AFP

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