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Beansprucht Sonderrechte: der Serbe Novak Djokovic.
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Beansprucht Sonderrechte: der Serbe Novak Djokovic.

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Berechtigte Empörung um Novak Djokovic

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Der beste Tennisspieler der Welt soll in der Corona-Pandemie Sonderrechte erhalten, weil er besser Tennis spielt als alle anderen - das gilt es zu verhindern.

Es müssten schon sehr stichhaltige Fakten, besser noch unwiderlegbare Beweise in dieser ominösen „medizinischen Ausnahmeregelung“ enthalten sein, die Novak Djokovic tatsächlich eine Teilnahme an den Australien Open ermöglichen. So weit, wie sich selbst der australische Premier Scott Morrison aus dem Fenster gelegt hat - „im ersten Flieger nach Hause“ - würde es schon eines mittleren Wunders bedürfen, damit der Weltranglistenerste tatsächlich ab dem 17. Januar in Melbourne aufschlägt. Ganz Down Under, ja fast die halbe Welt, hat doch empört und regelrecht schockiert aufgeschrien, wie es sein kann, dass in diesen dramatischen Pandemie-Zeiten, da etwa in Australien bei knapp 26 Millionen Einwohnern zuletzt 65 000 Neuinfektionen am Tag gezählt wurden, ein Mensch ohne klaren Impfstatus offenbar einreisen darf in ein Land, das gerade sechs Lockdowns hinter sich hat.

Zu solch einer katastrophalen Fehleinschätzung kann es natürlich nur kommen, wenn ein Turnierdirektor Geschäftssinn haushoch über Verantwortlichkeit ansiedelt, wenn er sich von einem Superstar Djokovic ein Mehr an Reputation, Sponsorenkohle und Schlagzeilen erhofft. Die hat Grand-Slam-Boss Craig Tiley bekommen - andere als gewünscht.

Man muss sich auch fragen in dieser Farce, wie man auf die Idee kommen kann, einem ausgewiesenen Corona-Ignorierer und zu allgemeiner Selbstüberschätzung neigenden Ego-Shooter einen derartigen Freibrief auszuhändigen - und zu hoffen wagt, damit durchzukommen, ohne auf dem Kontinent einen selten dagewesenen Proteststurm zu entfesseln. Dass Djokovic allen Ernstes glaubte, er sei an der Zollschranke Gleicher unter Gleichen, ist eine ganz andere Geschichte - er hat ja oft genug gezeigt, dass er Regeln, Bestimmungen, Abmachungen für Dinge hält, die alle anderen betreffen, ihn, den allmächtigen Tennisspieler, hingegen nicht.

Es ist diese Ungleichbehandlung von Personen, diese Ungerechtigkeit, die so gen Himmel schreit, die alle Zeitgenossen mit gesundem Menschenverstand verzweifeln lassen. Denn praktisch alles spricht dafür, dass die Nummern 67 oder 68 der Weltrangliste dieses Ausnahmepapier eben nicht erhalten hätten. Damit, mit diesen Gefälligkeitszertifikat, darf niemand durchkommen, kein Djokovic, kein Mick Jagger, kein Cristiano Ronaldo - selbst wenn es bisweilen oft genug doch passiert. Wenn diese Pandemie eines gelehrt hat, dann dies: Das Virus macht vor niemandem Halt, nicht mal vor Stars und Sternchen.

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