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Bei den Skyliners will der letzte Wurf einfach nicht rein

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Von: Timur Tinç

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Ein gewohntes Bild für die Frankfurter Basketballer, Frust nach der Schlusssirene, hier: Rasheed Moore.
Ein gewohntes Bild für die Frankfurter Basketballer, Frust nach der Schlusssirene, hier: Rasheed Moore. © Joachim Storch

Die Frankfurt Skyliners verlieren das Hessenderby gegen Gießen 75:76, weil Moore am Ende und weil typische Schwächen Bestand haben

Rasheed Moore stemmte die Hände in die Hüften und vergrub dann sein Gesicht im Trikot. Für ein paar Momente stand der Flügelspieler der Frankfurt Skyliners in seiner Verzweiflung ganz alleine auf dem Parkett. Zweimal hatte sein letzter Wurfversuch am Sonntagnachmittag auf dem Ring, getänzelt, ehe das orangene Leder entschied, doch nicht durch das Netz zu fallen und ein großes Raunen durch die Ballsporthalle ging. Nur die mitgereisten Fans der Gießen 46ers hatten nach der Schlusssirene und dem 76:75-Endstand aus ihrer Sicht Grund zu feiern.

„Das war der exakte Spielzug, den wir aufgezeichnet haben. Ich habe einmal gedribbelt und dann einen großartigen Wurf gehabt. Leider ist er rausgerollt“, analysierte Moore, der auf zehn Punkte gekommen war. Es wäre noch einmal eine Versöhnung mit der Mehrheit der 4020 Fans nach dem fest stehenden sportlichen Abstieg gewesen. So viele Zuschauer:innen kamen zuletzt vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. Irgendwie war es jedoch symptomatisch für die gesamte Saison der Frankfurter Korbjäger, dass sie im Duell Vorletzter gegen Letzter den Kürzeren zogen.

Skyliners-Cheftrainer Luca Dalmonte fand seine Mannschaft in der zähen Partie zum einen „zu hektisch in der Offensive.“ Mal wieder war die Dreierquote mit sechs Treffern bei 31 Versuchen fürchterlich. Zum anderen kritisierte er aber auch, dass sich sein Team in vielen Spielen, die es verlor, nicht an den Gameplan gehalten habe. „Wir haben in der Verteidigung nicht gewechselt wenn wir sollten. Wir haben nicht das Pick and Roll gut genug verteidigt und waren nicht aggressiv, wenn wir es hätten sein müssen“, lautete sein vernichtendes Urteil. Dass einige in der Mannschaft das tun, was sie wollen, und nicht das, was sie sollen – dieses Gefühl hatte man schon unter Vorgänger Diego Ocampo.

„Vielleicht liegt es daran, dass ich die Spieler nicht so lange kenne“, sagte der Italiener. Vielleicht liege es am Druck, einen Fehler umgehend wieder wettzumachen. Stattdessen passieren die nächsten Fehler. Trotzdem verzichtete Dalmonte dann in diesen Situationen, eine Auszeit zu nehmen, um zumindest etwas Einfluss zu nehmen.

Dalmonte hatte nach dem überraschenden Sieg in Oldenburg wieder Matt Haarms für Brancou Badio zurück in den Kader holen müssen. Das lag aber nur daran, dass Lorenz Brenneke wieder wegen Adduktorenprobleme nicht auflaufen konnte. Die Skyliners lagen bis zum Schlussviertel mit acht Zählern zurück und kämpften sich dank der Unterstützung der Fans noch einmal ran. Es sollte ihnen jedoch nicht vergönnt sein, zu gewinnen. Immerhin stehen sie dank des gewonnen direkten Vergleichs noch vor den Gießen 46ers.

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