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Bei Andreas Wellinger ist die Zuversicht zurück

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Von: Patrick Reichelt

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Es fliegt sich wieder schön: Andreas Wellinger.
Es fliegt sich wieder schön: Andreas Wellinger. © dpa

Skispringer Andreas Wellinger will die Führenden bei der Vierschanzentournee ein bisschen ärgern

Andreas Wellingers Augen funkeln, wenn er den Blick nach vorne richtet. Auf die Dinge, die diese 71. Vierschanzentournee noch bringen mag. Die Plätze acht und sechs hat er nach den ersten Einsätzen in Oberstdorf und Partenkirchen zu Buche stehen. Das ist respektabel für einen Mann, der drei Jahre lang auch ein bisschen sich selbst hinterhergesprungen war. Wellinger ahnt, dass mehr gehen könnte. Vielleicht schon bald. „Die Schlaufe wird immer lockerer“, sagt er, „und irgendwann kommt der Punkt, an dem der Knoten auch wieder ganz aufgeht.“

Das hatte bei ihm nicht immer so geklungen, seit ihn im Sommer 2019 ein Kreuzbandriss aus der Bahn warf. Teilweise rutschte der Olympiasieger von Pyeongchang sogar aus dem Weltcupteam. Dass er nun doch wieder ganz oben anklopft – das ist eine dieser seltsamen Geschichten, die so nur das Skispringen schreibt. Die Disziplin, in der Kleinigkeiten oft ziemlich große Wirkung haben können.

Nach seiner schweren Verletzung war der 27-Jährige aus München auch deshalb zurück nach Ruhpolding gezogen. Weil er darauf setzte, dass ihm die Heimat beim Weg zurück Impulse geben könnte. Die nahe Trainingsgruppe mit Markus Eisenbichler, Constantin Schmid & Co inklusive. Und vergangenen Sommer war eine dieser Kleinigkeiten der Wechsel der Skimarke.

Schon im Sommer Grand Prix war er der stabilste Deutsche. Und der Aufwind scheint sich nun tatsächlich auch im Winter fortzusetzen. Sein Trainer Stefan Horngacher ist von den Auftritten des bayerischen Strahlemanns jedenfalls angetan. „Was er jetzt geleistet hat, war sehr, sehr gut“, sagte der 53-Jährige, der seiner derzeitigen Nummer zwei ein baldiges Comeback auf dem Siegertreppchen zutraut.

Dass das auch bei der Tournee schnell gehen kann, hat sich Wellinger in der Saison 2017/18 bewiesen. Damals startete er mit den Plätzen 10 und 11 in das Turnier und rauschte dann mit zwei dritten Plätzen am Bergisel und in Bischofshofen noch auf Platz zwei der Gesamtwertung.

Dass es diesmal ähnlich laufen könnte, daran will allerdings nicht einmal Wellinger selbst ernsthaft glauben. „Drei, vier Meter“ habe er dafür noch zu wenig, sagte er, „so wie die da vorne momentan springen, wird das sehr schwer“. Doch zumindest ärgern will Wellinger die derzeitige Elite. Am besten schon am Mittwoch (13.30 Uhr/ARD und Eurosport), wenn am Innsbrucker Bergisel die Sprünge Nummer fünf und sechs der Vierschanzentournee anstehen.

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