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Begeisternder Basketball

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Von: Timur Tinç

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Zugpferd: Deutschlands Starspieler Dennis Schröder.
Zugpferd: Deutschlands Starspieler Dennis Schröder. © dpa

Selbst aus der bitteren Halbfinalniederlage gegen den späteren Europameister Spanien wird die deutsche Auswahl positive Energie ziehen können. Die Spieler haben Lunte gerochen.

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat sich die Bronzemedaille bei der heimischen Europameisterschaft verdient. Sie hat ein begeisterndes Turnier gespielt. Die überragenden Auftritte gegen Litauen und Griechenland waren ganz große Werbung für den Sport und werden allen, die in der Halle und vor den Bildschirmen waren, lange in Erinnerung bleiben.

Aus der bitteren Halbfinalniederlage gegen den späteren Europameister Spanien wird die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) positive Energie für die kommenden Jahre ziehen können. Die Spieler haben Lunte gerochen. Sie können es mit jeder Topnation in Europa aufnehmen. Ein Verdienst von Bundestrainer Gordon Herbert, der sehr früh an dieses Team geglaubt hat und ihm eine Identität gegeben hat.

Es war auch wichtig, dass RTL sich kurzfristig entschied, ab dem Viertelfinale die Spiele einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Fast 3,8 Millionen Menschen sahen in der Spitze die Partie gegen Spanien. Keine überragende Quote, aber vielleicht wird der eine oder andere sich nun öfter ein Basketballspiel anschauen oder will Teil einer so großartigen Atmosphäre in der Halle sein.

Diese Basketball-EM wird keinen großen Hype auslösen, den man sich früher oft herbeisehnte. Große Turniere mit einer erfolgreichen Nationalmannschaft, fast egal in welcher Sportart, haben ihre ganz eigene Dynamik. Wenn die Nationalmannschaft dadurch mehr Fans bekommt, ist das toll. Wenn im November das nächste Länderspielfenster und die WM-Qualifikation ansteht, werden sich jedoch viele, die nicht so tief drin sind im Basketball, wieder fragen, warum alle NBA- und Euroleague-Spieler nicht dabei sind. Der Streit zwischen dem Weltverband Fiba und der Euroleague ist seit Jahren ein Störfaktor, der den Sport lähmt.

Die EM wird natürlich ihre Effekte haben. Die Zuschauer:innenzahlen in den Hallen stagnierten zuletzt, viele Klubs haben nach der Coronavirus-Pandemie und der Energiekrise auch finanziell zurückschrauben müssen. Vielleicht hilft es, neue Fans, neue Sponsoren zu gewinnen und neue Partnerschaften einzugehen. DBB, BBL und die Klubs müssen ihre Protagonisten noch mehr ins Schaufenster stellen.

Die Nachwuchsarbeit hat in den vergangenen Jahren ihre Früchte getragen. Deutsche Spieler müssen in den Klubs noch mehr Verantwortung tragen. Dann wird der Pool aus Leistungsträgern noch größer für die Nationalmannschaft.

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