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Die DHB-Frauen jubeln über das 32:25 gegen Ungarn.
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Die DHB-Frauen jubeln über das 32:25 gegen Ungarn.

Deutsche Handballerinnen

Befreit von den mentalen Fesseln

  • vonMichael Wilkening
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Die deutschen Handballerinnen überzeugen gegen Ungarn und wollen bei der EM jetzt unbedingt ins Halbfinale. Bundestrainer Groener sagt: „Wir können mithalten.“

Antje Lauenroth ist ein fröhlicher Mensch und hat gerade erst ein schönes Erlebnis gemacht. Es war also kein Wunder, dass die Linksaußen des deutschen Handball-Nationalteams am Sonntag bester Laune war. „Man wacht immer besser auf, wenn man ein Spiel gewonnen hat“, sprudelte die positive Energie förmlich aus ihr heraus. Der 32:25-Erfolg einen Tag zuvor gegen Ungarn und vor allem die Art und Weise, mit der er errungen wurde, haben bei Lauenroth und ihren Mitspielerinnen zu einem Stimmungsumschwung geführt. Bei der Europameisterschaft in Dänemark haben die Frauen des Deutschen Handballbundes (DHB) nun eine gute Chance, das Halbfinale zu erreichen. Entscheidend dafür ist die Tatsache, dass das Team inzwischen wieder an diese Chance glaubt.

„Die Stimmung ist gelöst, zuvor haben wir mit uns gekämpft“, sagte Henk Groener. Der Bundestrainer war wie seine Spielerinnen „erleichtert, denn wir haben gesehen, dass wir so spielen können, wovon wir sprechen“. Die zentrale Botschaft nach dem überzeugenden Sieg gegen Ungarn ging nicht nach außen, sondern nach innen. Mit der guten Leistung zum Start der zweiten Turnierphase hat sich das deutsche Team selbst den eigenen Fähigkeiten überzeugt. Wenn auch nicht über 60 Minuten, doch über weite Strecken der Begegnung befreite sich die DHB-Auswahl mit einer starken Abwehr und Mut zum Tempospiel in der Offensive aus dem mentalen Tief, das während der Vorrunde Besitz von allen Spielerinnen ergriffen hatte.

Zwei Spiele in zwei Tagen

Vor dem Duell gegen Weltmeister Niederlande am Montag (18.15 Uhr) unterstreicht ein Satz von Lauenroth, wie groß das Selbstvertrauen innerhalb des deutschen Teams geworden ist: „Wir wollen endlich mal dem Druck standhalten und das Halbfinale erreichen.“ Sicher ist, dass die Deutschen die Medaillenrunde erreichen, wenn sie gegen die Niederländerinnen und am Dienstag (18.15 Uhr) gegen Kroatien gewinnen.

Bei der Weltmeisterschaft vor einem Jahr in Japan war die Ausgangslage ähnlich, doch nach zwei knappen Niederlagen reichte es am Ende nur zum achten Gesamtrang. „Ich hoffe, dass wir uns weiterentwickelt haben“, sagte Lauenroth.

Groener ist inzwischen wieder sicher, dass seine Mannschaft gegen den Weltmeister die Chance hat, zu gewinnen. Nach den Vorstellungen in der Vorrunde war das nicht automatisch zu erwarten gewesen. „Wir können mit Holland mithalten und kommen für einen Sieg in Frage“, sagte der Niederländer. Anfang Oktober gab es dafür einen Beweis, denn Deutschland gewann vor ein paar Wochen eines von zwei Testpartien gegen den Nachbarn. Zwar sind die freundschaftlichen Vergleiche nicht mit einem Hauptrundenspiel bei einem Großturnier vergleichbar, doch vor einem Jahr bei der WM in Japan schlugen die Deutschen die späteren Titelträgerinnen in der Hauptrunde 25:23. „Das wird ein großer Kampf“, sagte Lauenroth voller Vorfreude. Die 32-Jährige wirkte nicht verzagt, sondern mutig. Überhaupt war der Mut die wichtigste Eigenschaft, der beim deutschen Sieg gegen Ungarn ins Team zurückgekehrt war.

Letztlich ist es so, dass ein von Groener bemängelter Nachteil zum Vorteil wurde – zumindest vorläufig. Eine Spielplanverschiebung hatte zur Folge, dass die Deutschen nach dem Vorrundenabschluss am vergangenen Montag vier spielfreie Tage bis zur Partie gegen Ungarn hatten.

„Das ist nicht fair, das ist ein Witz“, hatte der Bundestrainer geklagt, denn sein Team muss am Montag gegen die Niederlande und einen Tag später gegen Kroatien zwei Partien innerhalb von 24 Stunden bestreiten. „Für uns war es wichtig, zu unserem Spiel zu finden“, sagte Groener vor dem Duell gegen die Niederländerinnen und führte die Steigerung darauf zurück, „ein paar Trainingstage“ gehabt zu haben.

Es wird sich vermutlich erst am Dienstag gegen das Überraschungsteam aus Kroatien zeigen, wie sehr sich der Kraftverlust durch zwei Matches innerhalb so kurzer Zeit auswirkt. Bislang hat sich der skurrile Spielplan bei der Europameisterschaft nicht als Nachteil für die deutschen Frauen erwiesen.

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