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Auch beim Basketball geht es wieder los.

Basketball-Bundesliga vor Neustart

BBL: Hoffnung auf mehr Beachtung

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Der Neustart der Basketball-Bundesliga (BBL) steht längst nicht so unter dem Brennglas wie die Fußball-Bundesliga. Die BBL will sich beim Neustart ins Schaufenster stellen.

Wenn sich Spitzensportler, Politiker oder Kommentatoren über die Sonderrolle der Fußball-Bundesliga beschweren, wird eine Sportart vergessen, die ebenfalls den Neustart plant: Die Basketball-Bundesliga (BBL). Stefan Holz, Geschäftsführer der BBL ist heilfroh, dass er sich neben der Planung der Fortführung der Saison mit zehn Teams am Standort München ausschließlich auf Sachthemen konzentrieren kann und sich nicht, wie DFL-Boss Christian Seifert, ständig auch im Verteidigungsmodus befindet: „Der Basketball hat nicht die höchste Priorität, das spielt sicher auch eine Rolle, zudem ist das, was wir vorhaben, ja auch in keiner Weise verwerflich“, sagt Holz dem „Spiegel.“

Basketball ist in Deutschland eine Randsportart, die Zuschauerzahlen im TV bewegen sich im unteren sechsstelligen Bereich. Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter der Frankfurt Skyliners sieht eine riesige Chance darin, den Sportfans in Deutschland den Basketball ganz neu zu präsentieren. „Es ist auch unsere Chance, uns digital weiterzuentwickeln“, sagt Wöbke, nämlich: Fans und Medien durch neue Formate noch mehr teilhaben zu lassen.

Anfang Juni will die BBL jedenfalls ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen. Zehn Teams werden in einem Hotel wohnen, der Spielplan muss noch ausgearbeitet werden. „Wir müssen unsere Erfahrungen machen, um für nächste Saison ein gutes Produkt auf die Beine zu stellen und zu überleben, solange wir ohne Zuschauer spielen müssen“, sagt Wöbke. Fans bei Sportveranstaltungen könnten noch sehr lange Zeit außen vor sein. „Das Szenario, auch die komplette kommende Saison ohne Publikum zu spielen, wäre für uns nicht leistbar“, betont Holz.

Deshalb finden auch die sieben Klubs, die sich dazu entschieden haben, die Saison nicht weiterzuführen, den Neustart richtig. „Die Gefahr wäre gewesen, dass der Basketball-Bundesliga als Organisation und damit auch den beteiligten Klubs Gelder in Millionenhöhe verloren gegangen wären, wenn man die Saison beendet hätte beziehungsweise man nicht alles dafür tun würde, um noch Spiele durchzuführen“, erklärt Martin Geißler, Geschäftsführer des Mitteldeutschen BC dem Onlineportal basketball.de. Die Sponsoren sowie der TV-Rechteinhaber Telekom hätten Regressforderungen stellen können. Das hätte für viele Klubs der K.o. sein können. „Wenn wir uns für ein Jahr oder für einen sehr langen Zeitraum komplett mit unserem Wettbewerb aus der Öffentlichkeit zurückziehen, verschwinden wir in der Bedeutungslosigkeit“, sagt Geißler.

Das wollen alle BBL-Klubs natürlich vermeiden. Stefan Holz ist davon überzeugt, dass nach dem positiven Bescheid für das Hygienekonzept von Politik und Behörden „wir ganz schnell auf den Knopf drücken können“. Dann sollen die ausländischen Spieler eingeflogen werden, die erst einmal 14 Tage in Quarantäne müssten, anschließend kann das Mannschaftstraining aufgenommen werden.

Die Kritik, wonach der Sport Testkapazitäten blockiere, hält Holz für eine Scheindebatte. „Wir bräuchten nach unseren gegenwärtigen Überlegungen 2750 Tests. Das sollte machbar sein“. Das wären deutlich weniger als im Fußball, wo zwischen 14 000 und 20 000 benötigt werden. „Aber auch für uns gilt: Wenn anderswo Tests dringender gebraucht würden, stünden wir sicher nicht im Wege“, so Holz.

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