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Basketball mit Spaß und Disziplin

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Von: Timur Tinç

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Eine echte Erscheinung: Der neue Skyliners-Trainer Geert Hammink misst stolze 2,10 Meter.
Eine echte Erscheinung: Der neue Skyliners-Trainer Geert Hammink misst stolze 2,10 Meter. © Joachim Storch

Der neue Cheftrainer Geert Hammink will bei den Frankfurt Skyliners für Aufbruchsstimmung sorgen. Dabei trifft er aber auf schwere Voraussetzungen.

Wenn Geert Hammink eine einfache Aufgabe gewollt hätte, wäre er in den Niederlanden geblieben. Zwei Mal hat der 52-Jährige ZZ Leiden zum Meistertitel geführt, erst in der heimischen Liga, dann in der mit der belgischen Liga zusammengelegten BNXT League. Statt es sich bequem zu machen, hat er sich für den vakanten Cheftrainer-Posten bei den Frankfurt Skyliners entschieden. „Dass es keine leichte Aufgabe ist, ist eher ein Plus“, findet Hammink.

Die Skyliners sind nur dank einer Wildcard in der Basketball-Bundesliga geblieben, die sie über zwei Jahre 700 000 Euro kostet. Die Hälfte des Geldes ist zusammen. „An der anderen Hälfte arbeiten wir“, sagt Geschäftsführer Yannick Binas beim gemeinsamen Frühstück mit Marco Völler, Manager Sport und Hammink. Dass der neue Coach ein paar Minütchen zu spät kommt, wurmt den Mann aus Nijmegen. „Wenn ich den Frankfurter Verkehr besser kenne, passiert mir das nicht mehr.“ Hammink ist eine Erscheinung: 2,10 Meter groß, Vollbart, ein Tattoo auf dem rechten Oberarm. Stay humble, hustle hard (bleibe demütig, arbeite hart) steht dort. „Die Spieler sollen Spaß haben“, sagt der dreifache Familienvater. „Spaß heißt für mich harte Arbeit.“

Bis 2018 Spielerberater

Er hält nichts von langen Trainingseinheiten, will lieber kurz, aber intensiv üben lassen. „Organisiertes Chaos“, nennt er seinen Spielstil. Er hat unter fünf Hall-of-Fame-Trainern gespielt, an der Louisiana State University (LSU), in der NBA, in Europa bei Alba Berlin oder AEK Athen und beendete seine Karriere in Köln. „Ich habe mir von allen etwas klauen können“, sagt er.

Nach seinem Karriereende im Jahr 2004 ist der frühere Center auf die „schlechte Seite des Geschäfts“ gewechselt, scherzt er. Hammink wurde Spielerberater, organisierte Trainingscamps für seine Klienten – auch drei Jahre in Frankfurt. Mit dem geschäftsführenden Gesellschafter der Skyliners, Gunnar Wöbke, ist Hammink seit knapp 20 Jahren in Kontakt und vermittelte mehrere Spieler nach Frankfurt. Neben seiner Tätigkeit als Spielerberater war er Assistenztrainer in den Jugendteams seines Sohnes Shane, der mittlerweile selbst Profi ist.

Vor knapp vier Jahren hat er seine Lizenz als Spielerberater zurückgeben müssen, weil er in Doordrecht als Cheftrainer anheuerte. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Skyliners Kontakt zu Hammink aufgenommen, entschieden sich aber für den Spanier Diego Ocampo. Ein Fehlgriff wie sich im Laufe der Saison herausstellte. Vor zwei Monaten fragten die Skyliners wieder an. Hammink spielte mit Leiden die Saison zu Ende und unterschrieb trotz anderer Angebote für zwei Jahre in Frankfurt.

Als Erstes wollen die Skyliners noch einen deutschen Spieler unter Vertrag nehmen, „egal auf welcher Position“, so Hammink. Der Markt ist umkämpft, gute Spieler rar und teuer. Len Schoormann, Lukas Wank und Lorenz Brenneke haben noch ein gültiges Arbeitspapier. Dazu die Akteure mit einer Doppellizenz für die drittklassige Pro B, Felix Hecker, Jordan Samare und Alexander Richardson. Gebunden sind außerdem noch der niederländische Center Matt Haarms und Klub-Legende Quantez Robertson. Hamminks großes Netzwerk soll helfen, weitere gute Ausländer an den Main zu locken.

Hammink erwartet nicht, dass sein Team bis zum Trainingsauftakt Mitte August vollständig sein wird. Hinzu kommt, dass vom 2. bis zum 19. September die Basketball-Europameisterschaft in Deutschland stattfindet und die Vorbereitung der Skyliners beeinträchtigen wird. Haarms ist im Kader der Niederlande, Wank gehört aktuell zum 13-köpfigen Kader von Nationaltrainer Gordon Herbert, könnte aber noch gestrichen werden. Co-Trainer Klaus Perwas wird dem früheren Skyliners-Coach bis zum Ende des Turniers assistieren und somit Hammink als helfende Hand zunächst fehlen.

In Leiden hatte er vergangene Saison gar keinen Assistenten – und war trotzdem erfolgreich. In Frankfurt werden die großen Erfolge vergangener Tage sicher nicht sofort zurückkehren. Aber mit Hammink besteht zumindest eine gute Chance, dass die Skyliners ein besseres Team zusammenstellen als zuletzt.

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