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Vorbildliche Haltung: Torwart Robin Zentner beim Mainzer Trainingsauftakt.

Fußball-Bundesliga

Aufbruch mit Tücken bei Mainz 05

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Trainer Achim Beierlorzer freut sich über einen „tollen Kader“, dem aber noch prominente Abgänge drohen.

Achim Beierlorzer will mit Mainz 05 eine „Aufbruchstimmung“ für die kommende Saison erzeugen. Das sagte der bestgelaunte Trainer nach dem Trainingsauftakt der Rheinhessen in einer Videokonferenz. Beierlorzer sprach davon, einen „tollen Bundesligakader“ zur Verfügung zu haben. Indes: Die coronabedingt besondere Finanzlage befreit die Nullfünfer nicht davon, traditionsgemäß ihre besten Profis als potenzielle Verkaufskandidaten feilzubieten.

„Wir haben Stammspieler, die für den englischen Markt interessant sind“, sagte Rouven Schröder und stellte damit in Aussicht, dass der derzeit noch so tolle Kader bald nicht mehr ganz so toll sein könnte. Er „spüre“, so der laut Selbstauskunft in Finanzfragen „schon immer konservativ aufgestellte“ Sportvorstand, „dass die Engländer aufgewacht sind“.

Allen voran Männer wie Mittelstürmer Jean-Philippe Mateta, gerade wegen Fahrerflucht nach missglückten Ausparkens zu 75 000 Strafe verurteilt, oder Kapitän Moussa Niakaté gelten als werthaltigste Mainzer Spieler, die bei einem Wechsel in die Premier League jeweils Ablösen in zweistelliger Millionenhöhe versprechen. Auch einen der beiden Keeper, Robin Zentner oder Florian Müller, würden die Mainzer nicht ganz ungern von der Gehaltsliste bekommen

Verlängert hat Schröder zu deutlich geringeren Bezügen mit den Verteidigern Daniel Brosinski (zwei Jahre) und Stefan Bell (ein Jahr), die beide noch mehr Führungsaufgaben als „verlängerte Arme des Trainerteams“ (Schröder) übernehmen sollen. Und zwar gerade deshalb, weil Niko Bungert, der in der Krise als Co-Trainer mit ausgeholfen hatte, sich auf eigenen Wunsch als Trainee zurück in die Geschäftsstelle begibt und nicht ersetzt wird.

Man spricht deutsch

Das Thema Integration und Identifikation bleibt ein großes in Mainz. „Wir werden den Deutschunterricht weiter forcieren“, verspricht Trainer Beierlorzer. Einen Kniff haben sie sich bei Mainz 05 bereits überlegt. In der WhatsApp-Gruppe der Mannschaft werden die Einträge von Manager- und Trainerseite ab sofort nur noch in deutscher Sprache formuliert, nicht mehr auch in französisch, spanisch oder englisch.

Zum just vorgestellten DFL-Konzept ohne Stehplätze und ohne Bier äußerte sich 05-Boss Stefan Hofmann unterdessen spürbar distanziert: „Aus unserer Sicht hätte es in der Frage der Zulassung von Stehplätzen und des Alkoholausschanks auch andere Lösungen geben können.“

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