Schalkes Trainer David Wagner ist Topfavorit für den ersten Rauswurf der Saison.
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Schalkes Trainer David Wagner ist Topfavorit für den ersten Rauswurf der Saison.

Bundesliga

Aufbruch im Umbruch

Mit dem Bundesliga-Eröffnungsspiel steht auch die Krise beim FC Schalke 04 im Fokus.

Der Spion am Spielfeldrand berichtete nach ganz oben. „Ich habe unserem Trainer damals gleich ein Foto geschickt, dass ich die Analyse mache“, sagte Bayern Münchens Nationalspieler Leon Goretzka nach dem privaten Testspielbesuch bei seinem Ex-Klub Schalke 04. Das war vor dem Bundesliga-Auftaktspiel am Freitagabend (20.30 Uhr/ZDF) in München sicherlich hilfreich.

Für die Schalker sind solche Momente bittersüß. Viele Ehemalige fühlen sich noch zu den Königsblauen hingezogen, sie schwärmen von früheren Zeiten, wie beispielsweise auch Bayern-Neuzugang Leroy Sane, der mit Goretzka gemeinsam auf Schalke spielte, oder Nationalkeeper Manuel Neuer und zuletzt Torwart Alexander Nübel – aber sie sind dem Verein und seiner legendären Knappenschmiede längst entwachsen. Die Gegenwart ist finanziell und sportlich mehr als trist.

Eine Horror-Rückrunde

Das hat auch Goretzka erkannt. „Das Letzte, was Schalke jetzt braucht, ist irgendein Ex-Spieler, der dem Verein sagt, was er zu tun oder zu lassen hat“, sagte er.

Die Horrorshow der Rückrunde mit 16 Spielen in Folge ohne Sieg wirkt nach. Angeblich rumort es in der Mannschaft, Trainer David Wagner ist Topfavorit für den ersten Rauswurf der Saison. Die vergangene Saison dramatische Flaute im Sturm sollen Schnäppchen-Zugang Vedad Ibisevic (Hertha BSC), der sein geringes Grundgehalt für einen guten Zweck spendet, und der am Dienstag verpflichtete Goncalo Paciencia (Eintracht Frankfurt) beheben.

Nur die Absteiger Düsseldorf und Paderborn hatten seltener getroffen als Schalke mit seinen 38 Toren. Drei davon gingen auf das Konto von Weston McKennie, den Schalke aufgrund der hohen Corona-Einbußen an Juventus Turin abgeben musste – wieder verscherbelt der Verein, der überdies eine millionenschwere NRW-Landesbürgschaft bekommt, sein Tafelsilber. „Es ist der Situation geschuldet, dass wir Weston abgegeben haben. Es passt nicht in unsere Philosophie, einen 22-jährigen, hochveranlagten Spieler, der noch vier Jahre Vertrag hat, zu transferieren“, so Sportvorstand Jochen Schneider.

Von Europapokalambitionen hat sich der Verein nach dem unwürdigen Abschied seines Patrons Clemens Tönnies ohnehin verabschiedet. 20 Ligaspiele gegen den FC Bayern ohne Sieg lassen beim Triplegewinner auch nichts Großes erwarten. Zuletzt immerhin bezwangen die Schalker den VfL Bochum im Test 3:0. Leon Goretzka schaute ganz genau hin. (sid)

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