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Alexander Zverev.
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Alexander Zverev.

Kommentar

Auf den Hund gekommen

  • Jakob Böllhoff
    vonJakob Böllhoff
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Schon wieder trennt sich Alexander Zverev von seinem Trainer. Ist der Tennisprofi untrainierbar? Ein Kommentar.

Diesmal scheint es eine harmonische Trennung zu sein. Zumindest haben sich Alexander Zverev und David Ferrer darauf geeinigt, es in der Öffentlichkeit so aussehen zu lassen. Der deutsche Tennisstar hatte nur warme Worte für den spanischen Coach und Ex-Profi, als er das Ende der Zusammenarbeit bekanntgab. Er dankte Ferrer „für die Monate, die wir gemeinsam verbracht haben, die Zeit auf und neben dem Platz“. Er dankte sogar Ferrers Familie, „dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, wertvolle Wochen mit David während dieser schwierigen Zeit zu verbringen.“ Ferrer versicherte derweil, dass „absolut nichts“ zwischen ihm und Zverev vorgefallen sei: „Wir hatten in diesen Monaten eine gute Zusammenarbeit, alles war perfekt.“

Wäre sie nicht seit anderthalb Jahren tot, der Verdacht läge nahe, Rosamunde Pilcher habe die Pressearbeit für Zverev und Ferrer übernommen.

Etwas Kitsch muss auch mal sein, Zverev kennt das ja anders aus der Vergangenheit. Die Trennung von Trainer Ivan Lendl 2019 uferte im Nachhinein jenen Zustand aus, den man wohl Schlammschacht nennen muss. Während der alte Lendl dem jungen Zverev hinterherrief, er habe zwar das Potenzial, ein großer Spieler zu werden, müsse dafür aber sein Privatleben in den Griff kriegen, befand der Deutsche, dass Lendls Privatleben etwas zu stark in ihrer beider Berufsleben hineinragte. „Er hat einen neuen Hund bekommen, zeigt ihm, wie man auf Toilette geht. Das ist wirklich sein Hauptthema. Und Golf.“ Das Training lasse derweil zu wünschen übrig.

Auch der Abschied von Juan Carlos Ferrero, Lendls Vorgänger, verlief geräuschvoll und gipfelte im Vorwurf, der Spanier habe sich gegenüber Zverevs Team respektlos verhalten. Das ist vor allem deshalb pikant und emotional für Zverev, da sein Team zu nicht geringen Teilen aus seinen engsten Verwandten besteht. Jeder Trainer, der von außen dazukommt, hat so zu akzeptieren, dass drinnen schon ein Trainer wartet, und der geht auch nicht weg: der Vater, Alexander Zverev Senior. Eine stoische Instanz und vielleicht der wichtigste Mensch im Leben des Juniors (mal abgesehen vom Junior selbst). Ein Trainerjob bei den Zverevs kann auf Dauer eigentlich nur funktionieren, wenn eine gegenseitige Akzeptanz mit dem Vater besteht. Das war bei Lendl nicht so, und schon gar nicht bei Ferrero.

Mit Ferrer hingegen schien es zu passen. Umso überraschender ist nun die Trennung, die, neben dem ganzen privaten Durcheinander, eine weitere Störung für Zverev darstellt auf dem angestrebten Weg ganz nach oben im Welttennis. Der erste Grand-Slam-Titel soll her. Schnell. Doch in der erratischen Tenniswelt gelingen die großen Erfolge nur mit innerer Kontinuität. Die braucht Zverev nun. Schnell.

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