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Das erste Mal bei Olympia dabei: Anna Elendt, 19, von der SG Frankfurt.
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Das erste Mal bei Olympia dabei: Anna Elendt, 19, von der SG Frankfurt.

Schwimmen

Anna Elendt und Marco Koch wollen bei Olympia auftrumpfen

  • VonKatja Sturm
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Sie haben hart trainiert und wollen nun bei den Olympischen Spielen in Tokio den Lohn einfahren: Anna Elendt und Marco Koch reisen nach Tokio.

Der Unterschied könnte kaum größer sein. In Texas, wo Anna Elendt seit einem Jahr studiert, absolviert die 19-Jährige ihr tägliches Trainingsprogramm in einer Gruppe von 20 Schwimmerinnen. Bei häufigem Sonnenschein und lauter Musik am Beckenrand herrscht fast so etwas wie Urlaubsstimmung; das pusht die Athletin der SG Frankfurt, die in Austin von Carol Capitani, der früheren Trainerin von Olympiasiegerin Rebecca Soni, gecoacht wird, in jeder Einheit zu 100 Prozent.

In dieser Woche in Rüsselsheim ist die Hessin im Außenbecken des Lachebades mit ihrem Klubkollegen Marco Koch fast allein. Dunkle Wolken am Himmel kündigen Regen an. Zur Abwechslung genießt Elendt die Ruhe und die Zeit, die sie mit dem Weltmeister von 2015 verbringt. Die beiden verbindet nicht nur der Lieblingsstil, das Brustschwimmen, sie haben schon früher als Mitglieder des DSW Darmstadt miteinander geübt.

Am Sonntag fliegt das Duo nach Japan. Knapp zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio geht es für die Beckenspezialisten ins Trainigslager nach Kumamoto, bevor sie am 21. Juli, zwei Tage vor der Eröffnungsfeier, ins Athletendorf in der Hauptstadt einziehen.

Koch wäre lieber erst später nachgekommen. Die Vorläufe über 200 Meter Brust, seinem einzigen Einsatz, stehen erst am 28. Juli an. Nicht zuletzt die Pandemie und ihre Regeln verbieten individuelle Lösungen. Aus der Ruhe bringen lassen will der 31-Jährige sich dadurch nicht. Er setzt auf seine Routine. Netflix und Bücher sollen ihn davon ablenken, nur an seinen Sport zu denken.

Vor fünf Jahren in Rio war der Mitfavorit nach dem Finale nur als Siebter aufgetaucht. Seitdem hat er einiges probiert, um diesmal erfolgreicher zu werden, darunter mehrere Trainerwechsel. Mittlerweile schreibt der frühere Bundestrainer Dirk Lange wieder die Pläne, Landestrainerin Shila Sheth betreut den deutschen Rekordhalter bei der Umsetzung.

Koch sieht sich auf einem guten Weg zu einem Rennen, bei dem alles stimmt. Sollte ihm dieses beim Saisonhöhepunkt gelingen, „wird es sehr schnell“, prognostiziert er optimistisch, ohne auf konkrete Zeiten oder Ziele einzugehen.

Die Europameisterschaften im Mai in Budapest verliefen allerdings enttäuschend. Nach 2:10,03 Minuten schlug der Sieger von Berlin 2014 im Halbfinale an und musste vorzeitig seine Tasche packen. Die Analyse habe gezeigt, woran es lag, dass der ehemalige Europarekordhalter so weit entfernt blieb von seiner Bestzeit von 2:07,47 Minuten, da er unter 2:10 im Schlaf schwimmen müsste. „Ich bin das Rennen auf eine Art und Weise angegangen, die es mir schwer gemacht hat, 200 Meter schnell zu schwimmen“, sagt er. Er habe deutlich mehr mit den Armen gearbeitet als mit den Beinen geschoben und sei schnell ermüdet. Jetzt sei er daran erinnert, wie er sein herausragendes Talent zum Gleiten ausspielen kann.

Um seine Ausdauer auch unspezifisch zu verbessern, fährt der mittlerweile in Langen lebende Sportler mehrmals in der Woche die 20 Kilometer vom Training in Rüsselsheim oder Frankfurt mit dem Rad nach Hause. Über eine mögliche Triathlonkarriere nach dem reinen Kachelnzählen will er nicht spekulieren. Dass er im Herbst erneut für die New York Breakers in der International Swimming League gemeldet ist, zeige, dass er sich in Sachen Vollzeitjob noch nicht umorientiert. „Ich schwimme solange ich Spaß habe.“

Während Koch seinen dritten Spielen entgegenstrebt, ist Elendt zum ersten Mal dabei. Bei den Trials im April in Berlin hatte die junge Frau aus Dreieich die A-Norm für ein Ticket nach Asien von 1:07,10 Minuten knapp verpasst und war nur für die Lagenstaffel nominiert worden. Im Juni sorgte sie für einen Paukenschlag, als sie bei den nationalen Titelkämpfen die deutschen Rekorde über 100 und die nicht-olympischen 50 Meter Brust verbesserte. Seit Sonntag weiß sie, dass sie nach ihrer neuen Bestzeit von 1:06,50 Minuten auch einen Einzelstartplatz bekommen hat.

„Das ist gut für die Staffel, denn dann muss ich nicht kalt ins Becken springen“, sagt Elendt dazu bescheiden, obwohl ihre aus dem Training heraus geschwommene Leistung finalwürdig ist. „Mein Ziel war, überhaupt dabei zu sein“, ergänzt die WM-Siebte über 50 Meter Brust. Dafür wird sie sich nach der Rückkehr belohnen: In Zukunft will Elendt wie ihr Vorbild Koch die olympischen Ringe als Tattoo auf dem Körper tragen.

Marco Koch, 31, aus Darmstadt, ist bereits zum dritten Mal bei Olympischen Spielen am Start.

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