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Alphatiere unter Druck

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Von: Jan Christian Müller

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Trainer wie Marco Rose und Adi Hütter haben sich vergangenen Sommer eine neue Arbeitsstelle gesucht. Besser gemacht haben sie ihre Vereine bisher nicht wirklich. Der Kommentar.

Im Kalenderjahr 2021 begab es sich, dass Trainer von ihren Klubs nicht reihenweise nach alter Fußballtradition vor die Tür gesetzt wurden, sondern selbst den Ausgang suchten. Landesweit war somit auszumachen: Die führenden Fußballlehrer haben an Selbstbewusstsein und Bedeutung gewonnen. Und somit auch an Marktwert. Sie kosten inzwischen regelmäßig Ablöse, und zwar in Größenordnungen, die der Spielbetrieb vorher nicht mal annähernd kannte. Einher ging eine zunehmende Alphatier-Ausstrahlung. Latente Öffentlichkeit führt offenbar dazu, dass Fußballtrainer sich mit jedem Interview ein bisschen wichtiger fühlen.

Womöglich bisweilen zu wichtig, wie man jetzt erkennt.

Denn das, was Marco Rose in Dortmund und Adi Hütter bisher auf die Reihe gebracht haben, entspricht sicher nicht den Erwartungen ihrer Arbeitgeber, auch nicht ihrem Selbstverständnis von Erfolg, und außerdem auch nicht den verursachten Kosten, sowohl was Gehalt als auch Transfergebühren angeht. Dazu passt, dass sogar Werder Bremen für Markus Anfang Geld berappen musste, um den inzwischen selbst verschuldet nicht mehr vermittelbaren Fußballlehrer bei Darmstadt 98 auszulösen. Im Nachhinein eine traurige Lachnummer.

Florian Kohfeldt an der Weggabelung

Wie schwierig es ist, den Trainerjob nicht nur kurzfristig richtig zu bewerten, zeigt ein Blick auf die vom DFB ausgezeichneten Trainer der Jahre 2015, 2017 und 2018: Markus Kauczinski (2015) ist inzwischen froh, einen Job beim Drittligisten Wehen Wiesbaden ergattert zu haben, Hannes Wolf (2017) trainiert fast unsichtbar die U19-Nationalmannschaft,

Florian Kohfeldt (2018) befindet sich gerade an einer wichtigen Weggabelung seiner Karriere: Den Abstieg seines Herzensvereins Werder Bremen überstand der 39-Jährige zwar persönlich nachvollziehbar angeschlagen, aber in der öffentlichen Wahrnehmung und in der Einschätzung der Bundesligabranche weitgehend unbeschadet. Kritiker behaupten, sein anfänglicher Erfolg als Bundesligatrainer gründe vor allem darauf, dass Max Kruse Werder Bremen auf ein überdurchschnittliches Niveau gehoben habe. Kohfeldt weiß, dass er nun zeigen muss (und darf), wie gut er wirklich ist.

Julian Nagelsmann ist jeden Cent wert

Das gilt in freilich abgemilderter Wucht auch für Rose und Hütter bei deren jeweils erst zweiten Trainerstationen in der Bundesliga. Trainer des Jahres 2016 wurde übrigens ein gewisser Julian Nagelsmann. Der hat in Hoffenheim und Leipzig schon gezeigt, was er kann. Und zwar nachhaltig.  Seine Rekordablöse ist bei den Bayern bisher jeden Cent wert. 

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