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BBL eröffnet Wildcardverfahren: Frankfurt Skyliners werden sich bewerben

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Von: Timur Tinç

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Hat noch einen gültigen Vertrag für die Bundesliga: Skyliners-Kapitän Quantez Robertson.
Hat noch einen gültigen Vertrag für die Bundesliga: Skyliners-Kapitän Quantez Robertson. © IMAGO/Jan Huebner

Die Frankfurt Skyliners werden sich nach ihrem sportlichen Abstieg für eine Wildcard der Basketball-Bundesliga (BBL) bewerben. Am Montag erfolgt die Ausschreibung. Ein Abstieg in die zweite Liga wäre für die Skyliners deutlich teurer.

Am Montagabend haben sich die 18 Klubs der Basketball-Bundesliga (BBL) entschieden. Es wird ein Wildcard-Verfahren geben, um einem sportlich nicht qualifizierten Team die Teilnahme an der höchsten deutschen Spielklasse zu ermöglichen. Die Frankfurt Skyliners werden ihren Hut in den Ring werfen. „Es ist eine wirtschaftliche Frage“, sagte Gunnar Wöbke, geschäftsführender Gesellschafter der Hessen am Dienstag. Eine Wildcard kostet zwar 700 000 Euro, doch ein Abstieg könnte das Budget um bis zu zwei Millionen Euro schrumpfen lassen.

Die Option Wildcard hält sich die BBL jedes Jahr offen, wenn aus der zweiten Liga, der Pro A, einer der sportlichen Aufsteiger keinen Lizenzantrag für die BBL gestellt hat. Seit zweieinhalb Wochen steht fest, dass es einen Finalteilnehmer der Pro-A-Playoffs gibt, der keinen Aufstieg anstrebt. Die BBL wartet nun den Ausgang des Halbfinales zwischen Jena und Rostock ab – die beide einen Lizenzantrag für die BBL gestellt haben.

Eine Wildcard wird 700.000 Euro kosten. Über die Vergabe stimmen 16 BBL-Klubs ab

Die Serie endet spätestens am Sonntag. Am Montag würde die BBL das Ausschreibungsverfahren für die Wildcard eröffnen. Zehn Tage haben alle Klubs Zeit, sich zu bewerben, die die Rahmenbedingungen erfüllen. Zum Beispiel einen Mindestetat von 2,75 Millionen Euro. Für die Skyliners spricht, dass sie seit 23 Jahren in der BBL sind und für die abgelaufene Saison die Lizenz ohne Auflagen erhalten haben.

Eine Entscheidung könnte Ende Mai oder Anfang Juni fallen. Stimmberechtigt sind 16 BBL-Klubs. Die sportlich abgestiegenen Skyliners und die Gießen 46ers dürfen nicht mitstimmen. Die 46ers werden die nächsten fünf Jahre nicht am Wildcardverfahren teilnehmen können, da sie 2021 bereits eine erhalten haben. Sie durften vergangenes Jahr die Kosten von 700 000 Euro auf zwei Jahre aufteilen. Die zweite Charge wird aufgrund des erneuten Abstiegs nicht fällig. Die 350 000 Euro wurden an die 16 Klubs verteilt, die sportlich die Klasse gehalten hatten. Ob die Skyliners die Kosten ebenfalls auf zwei Jahre aufsplitten dürfen, darf der Klub laut der BBL selbst entscheiden.

Skyliners sehen keine großen Einsparpotenziale und wollen Nachwuchsarbeit aufrecht erhalten

Das Geld für die Wildcard werden die Skyliners zusätzlich eintreiben müssen. „Wir waren die abgelaufene Saison schon knapp“, sagte Wöbke. Große Einsparpotenziale gebe es nicht, ohne dabei Strukturen wie im Nachwuchsbereich zu zerstören. Von den Spielern stehen für eine mögliche kommende Bundesligasaison unter Vertrag: Quantez Robertson, Lukas Wank, Lorenz Brenneke und Len Schoormann. Optionen hat der Klub bei Brancou Badio und Matt Haarms.

Nebenbei gibt es auch noch das ewige Hallenthema, das die Skyliners begleitet. Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) treibt eine Magistratsvorlage für den Standort Stadion mit einer Arena für rund 13 500 Zuschauer:innen voran und hofft auf Zustimmung der Römer-Koalition. Die Skyliners halten den Standort Kaiserlei für besser, wo sie mithilfe von Investoren selbst eine Arena bauen wollten.

Irritationen in Hattersheim wegen Hallenprojekt „The Dome“

Das Projekt „The Dome“, das ursprünglich mal am Flughafen geplant war, aber das Areal vom Flughafenbetreiber Fraport im Nachhinein selbst nicht als optimal bezeichnet wurde, will nun laut „FAZ“ zwischen Sindlingen und Hattersheim eine Arena bauen. Hattersheims Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) zeigte sich im Gespräch mit der FR von der Meldung überrascht. Zwar gab es eine Anfrage von „The Dome“, aber nichts Konkretes. Die Grundstücke gehören auch nicht der Stadt, sondern sind in privater Hand. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes beim Regionalverband Frankfurt Rhein-Main ist bislang ebenfalls noch nicht erfolgt.

„Wir unterstützen Mike Josefs Vorschlag am Stadion, „sagte Wöbke. „Wir halten es aber auch für sinnvoll, die baurechtliche Untersuchung am Kaiserlei parallel voranzutreiben.“

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