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Trainer auf Abruf: Jan-Moritz Lichte.
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Trainer auf Abruf: Jan-Moritz Lichte.

FSV Mainz 05

Alles hängt an Heidel

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Beim FSV Mainz 05 wächst der Druck auf den Aufsichtsratschef Detlev Höhne, der sich so ungeschickt verhalten hat, dass Sportvorstand Rouven Schröder nicht weitermachen wollte.

Im Zuge des Rücktritts des bisherigen Sportvorstands Rouven Schröder gerät der Aufsichtsratsvorsitzende Detlev Höhne bei Mainz 05 zusehends in die Kritik. Der Ruheständler will bei der virtuellen Mitgliederversammlung am 9. Februar wieder in das Kontrollgremium gewählt werden und es auch in Zukunft anführen. Fans und Mitglieder des Vereins, die nicht namentlich genannt werden wollen, werfen dem seit dreieinhalb Jahren amtierenden Höhne aufgrund der aktuellen Entwicklung „eklatantes Führungsversagen“ mit einem Vorgehen „ohne jegliches Fingerspitzengefühl“ vor, Ihrer Meinung nach wäre Schröder mit einiger Wahrscheinlichkeit Sportchef geblieben, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende ihn zeitig in die Gespräche mit dem designierten neuen Vorstandsmitglied Christian Heidel eingebunden hätte. Schröder verwies am Mittwoch auf FR-Anfrage auf sein Rücktritts-Statement, wonach er sich nie gegen einzelne Personen gestellt habe. Übersetzt könnte man interpretieren: Schröder ist nicht gegangen, weil er sich eine Zusammenarbeit mit Heidel nicht hätte vorstellen können, sondern deshalb, weil er es in seiner Position als Führungskraft als Vertrauensbruch interpretierte, erst mit einiger Verspätung über die personellen Planungen in Kenntnis gesetzt worden zu sein.

Wie dem auch sei: Sollte aufgrund des Schröder-Rücktritts nun auch Heidel, der ausdrücklich mit Schröder weiter hatte zusammenarbeiten wollen, seine ursprüngliche Zusage an Mainz 05 zurückziehen, wäre das der Super-Gau. Klubchef Stefan Hofmann sagte, sie hätten „sehr, sehr, sehr gerne die nächsten Jahre mit Rouven Schröder und Christian Heidel“ bestritten. Jetzt droht ein Szenario ohne die beiden. Heidel, der im Sommer 2019 einen Schlaganfall erlitt, dürfte sich nach Schröders Rücktritt nun noch mehr unter Druck fühlen. Hofmann: „Er wollte das unter völlig anderen Voraussetzungen machen.“ Auch mit Rücksicht auf seine Gesundheit möchte der 57-jährige Heidel nicht mehr in vorderster Front ins Transfergeschäft eingebunden sein. Mainz 05 erwartet über Weihnachten eine Entscheidung.

Heidel müsste sich dann sehr zeitnah auf die Suche nach einem Sportchef als Nachfolger von Schröder und mit einiger Sicherheit auch einem Trainer als Nachfolger für Jan-Moritz Lichte begeben. Der 40-jährige Fußballlehrer dürfte den Bundesliga-Vorletzten am Mittwochabend (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) im DFB-Pokal gegen den VfL Bochum wohl zum letzten mal als Chefcoach betreut haben. Zudem verabschiedet sich auch der Mainzer Marketingchef Michael Welling. Der 49-jährige Wirtschaftswissenschaftler wird Geschäftsführer beim Zweitligisten VfL Osnabrück. Noch ein Mann von der Brücke, der ein sinkendes Schiff verlässt.

„Alle Kräfte bündeln“

Der angeschlagene und sich dennoch sehr selbstbewusst gerierende Aufsichtsratschef Höhne erklärte am Dienstagabend bei einer eilig einberufenen Krisen-Pressekonferenz, die Personalie Heidel sei „auf meinen Vorschlag hin“ im Rahmen des Projektes „Strategie 2030“ diskutiert worden. Im Aufsichtsrat würde schon länger darüber nachgedacht, wie der Verein sich langfristig besser aufstellen könnte. Klubchef Hofmann ergänzte: „Wenn wir an diesem Standort überleben wollen, müssen wir alle Kräfte bündeln.“ Deshalb sei eine enge Zusammenarbeit Schröder/Heidel vorangetrieben worden. Offenbar aber derart ungeschickt, dass nun eine Entwicklung eingetreten ist, in der alleine Heidel am Zug ist. Einen „Plan B“ gibt es nicht, ließ Hofmann durchblicken. Alles hängt an Heidel. Womöglich auch die Zukunft von Detlev Höhne als Aufsichtsratschef. Denn sollte der langjährige Mainzer Macher Heidel sich gegen eine neuerliche Anstellung bei seinen Herzensverein entscheiden, würde der Druck auf den Machtfaktor Höhne noch einmal immens steigen.

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