Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ratlos: Mönchengladbachs Trainer Adi Hütter. (Archivbild)
+
Ratlos: Mönchengladbachs Trainer Adi Hütter. (Archivbild)

Kommentar

Borussia Mönchengladbach: Adi Hütter spielt mit dem Feuer

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Adi Hütter ist ein Offensivliebhaber, hat jedoch nur einen Plan A im Repertoire - das wird bei Borussia Mönchengladbach zum Problem.

Frankfurt am Main - Die Augen in tiefen Höhlen liegend, der Blick flackernd, mit dem Rücken zur Wand. So stand er da, der Adi Hütter an diesem schwarzen Sonntag, schwer gezeichnet, demoralisiert, erschüttert. „Das“, presste er hervor, „war der schlimmste Tag in meinem Leben.“ Ist ja klar: So ein 0:6 gegen den SC Freiburg kann tiefe Spuren hinterlassen..., doch halt, Moment: Es geht hier gar nicht um diese historische Schmach, die der Vorarlberger als Gladbacher Chefcoach erlebte, 0:6 nach 90, 0:5 nach 25 Minuten.

Nein, nein, Hütter kennt sich mit Packungen der besonderen Art aus, damals, im Mai 2019, war er mit Eintracht Frankfurt zu Gast unterm Bayer-Kreuz und erlebte seinen persönlichen Alptraum: Endstand 6:1 für Leverkusen, Zwischenstand nach 36 Minuten: 6:1. Der schlimmste Tag im Leben des Adi Hütter. Seit Sonntag vielleicht der zweitschlimmste. Manchmal wiederholt sich Geschichte doch.

Adi Hütters Mannschaften: Vorne hui, hinten pfui

Adi Hütter nun als Spezialist für Abreibungen abzustempeln, wäre fies und ginge an der Sache vorbei. Aber man kann sehr wohl festhalten, dass der Österreicher ein Trainer ist, der voll ins Risiko geht. Hütters Philosophie fußt auf gnadenlosem Attackieren und permanenten Stressmomenten für den Gegner. Seine Mannschaften schießen viele Tore und schlucken viele, die Eintracht in der vergangenen Saison 53, mehr als der Fast-Absteiger Bielefeld (52). Es ist ein Spiel mit dem Feuer.

Adi Hütters Fußball ist wenig variabel

Hütter-Fußball ist nicht variabel oder facettenreich, nicht überraschend oder besonders gewitzt, eher eindimensional und schablonenhaft. Adi Hütter hat selten einen Plan B in der Tasche, lieber geht er mit Plan A unter und rennt ins Verderben. Der Offensivliebhaber ist keiner, der schnell korrigieren und Unheil abwenden kann, wenn sich ein Spiel in die falsche Richtung entwickelt, da sieht er fast ohnmächtig zu. In Frankfurt ist hinter vorgehaltener Hand schon länger über taktische Defizite getuschelt worden. Auf administrativer Ebene, aber auch teamintern.

Das bedeutet nicht, dass er kein guter Trainer ist, er steht für einen attraktiven, brachialen Stil und Spektakel. Man weiß, was man bekommt. Und deshalb sind Diskussionen um seine Zukunft am Niederrhein zum momentanen Zeitpunkt nahezu absurd.

Aber: Vielleicht sollte Adi Hütter seine Fußball-Lesart den Gegebenheiten anpassen und um einen gewissen Pragmatismus erweitern. Sonst wird es nicht bei zwei historischen Klatschen bleiben. (Ingo Durstewitz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare