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Rot und elektrisch, der neue Truck auf der A5.

Hessen

Ein zweiter Lastwagen für Hessens E-Highway auf der A5

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Die Teststrecke in Hessen war schon fertig. Da wurde bekannt, dass die Produktion der Fahrzeuge noch dauert.

Seit dieser Woche ist auf dem sogenannten E-Highway auf der Autobahn 5 ein zweites Spezialfahrzeug im Einsatz. Der Lastwagen fahre für die Firma Ludwig Meyer Logistik, sagte die Sprecherin der Landesbehörde Hessen Mobil der Frankfurter Rundschau auf Anfrage. „Laut Plan“ sollen in der ersten Jahreshälfte 2020 drei weitere Oberleitungs-Hybrid-Lastwagen folgen, versichert Sprecherin Frauke Werner. Die zweimal fünf Kilometer lange Teststrecke zwischen Langen und Weiterstadt war bereits vor vier Monaten eröffnet worden. Doch bislang war dort nur ein einziger Lastwagen mit einfahrbaren Stromabnehmern der Spedition Schanz unterwegs. Die Versuchanlage soll Erkenntnisse erbringen über die Auswirkungen auf den Verkehr, ökologische und ökonomische Aspekte und auch den Mehraufwand für die Straßenmeistereien.

Das Bundesumweltministerium hat das Projekt mit knapp 14,6 Millionen Euro finanziert. Hessen Mobil führt bei dem Projekt Regie und hat die Anlage errichtet.

„Aufgrund der ersten Abstimmungen zur Projektplanung ging die Landesregierung davon aus, dass zum Zeitpunkt der Fertigstellung der E-Highway-Versuchsanlage in Hessen auch die OH-Lkw ausgeliefert sind“, heißt es in einer Antwort des hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir (Grüne) auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Stefan Naas. Dass dies nicht der Fall gewesen sei, habe am Bundesumweltministerium gelegen. Berlin habe die Fahrzeuge für die drei Teststrecken in Deutschland in einem gesonderten Projekt ausgeschrieben. Und erst als die Versuchsanlage in Hessen als bundesweit erste bereits fertiggestellt war, seien die Auslieferungstermine der Lastwagen bekanntgegeben worden: der erste im Mai 2019, die weiteren vier sukzessive für den Zeitraum bis Juni nächsten Jahres.

Wie aus Al-Wazirs Antwort weiter hervorgeht, hatte Hessen schon vor dem Einreichen des Forschungsantrags genug interessierte mittelständische Spediteure aus der Region gefunden. „Dies steht im Gegensatz zum Feldversuch in Schleswig-Holstein, bei dem nur eine einzige Spedition mitwirkt.“ Fünf Unternehmen bekamen schließlich den Zuschlag. Sie können die Hybrid-Lastwagen „leasen und produktiv einsetzen“ – sobald die Firma Scania sie ausgeliefert hat.

Wie aus der Antwort Al-Wazirs hervorgeht, hat der verzögerte Start keinen Einfluss auf den Zeitplan. Der Feldversuch ist auf die Dauer von vier Jahren angelegt. Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden demnach 2022 vorliegen.

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