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Zweikampf um Banzer-Nachfolge

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Leonie Fuhrmann. privat
Leonie Fuhrmann. privat © Maria-Ward-Schule

Dr. Leonie Fuhrmann will für die CDU in den Landtag

HOCHTAUNUS - Bei der Kandidatenauswahl für die Landtagswahl 2023 kündigt sich ein Zweikampf an: Im Wahlkreis Hochtaunus I hat Dr. Leonie Fuhrmann (53) ihren Namen ins Rennen gebracht. Bislang hatte Sebastian Sommer seine Kandidatur angekündigt. Zunächst hatte es noch nach einem Zweikampf mit dem langjährigen Inhaber des Direktmandats, Jürgen Banzer, ausgesehen, doch kürzlich hatte Banzer seinen Rückzug aus der hauptamtlichen Politik verkündet.

Mit der Willensbekundung Dr. Leonie Fuhrmanns gewinnt die Kandidatenfindung eine neue Dynamik. In der Wahlkreisdelegiertenversammlung am 7. Oktober werden die mehr als 80 Delegierten der CDU-Stadt- und Gemeindeverbände sich entscheiden müssen zwischen dem jungen Bürgermeistersohn aus Wehrheim (28) und der verheirateten Mutter aus Friedrichsdorf, die beruflich als Direktorin der Maria-Ward-Schule (MWS) in Bad Homburg tätig ist. „Wir sind zwei völlig unterschiedliche Kandidaten“, sagt Fuhrmann.

Ihre politischen Schwerpunkte seien die Schulpolitik und die Digitalisierung, erklärt die Politikerin. „Hessen muss ein führendes Bundesland in Deutschland bleiben.“ Die Pandemie habe gezeigt, dass es Lücken in der Schul- und Hochschulverwaltung gebe. „Es gilt, das Thema Digitalisierung effizienter voranzubringen“ - gerade in Verwaltungen und Behörden. Nur so könne Bürgern ein effizienter Service geboten werden und Hessen im Wettbewerb um Unternehmensansiedlungen und Neu-Gründungen mitspielen.

Die Friedrichsdorferin weist auf ihre Erfahrungen in der Schulpolitik, der Steuerung von Digitalisierungsprojekten und dem Management hin. Sie sitzt im Schulausschuss des Kreistags. Ihre berufliche Laufbahn hatte sie bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG begonnen, wo sie Anfang der 2000er Jahre neue Ausbildungsmethoden entwarf sowie an der Einführung eines E-Learning-Management-Systems mitarbeitete. Sie war als Management-Coach tätig, bevor sie in den Schuldienst wechselte.

Warum tritt Fuhrmann nicht in ihrem Heim-Wahlkreis Hochtaunus I an? Dort steht mit Holger Bellino ein Kandidat mit langjähriger Erfahrung bereit. „Brigitte Kölsch, Vorgängerin von Jürgen Banzer im Wahlkreis II, kam auch aus Friedrichsdorf“, erklärt Fuhrmann nun auf Nachfrage. Sie wolle sich gern für Glashütten, Königstein, Kronberg, Oberursel, Schmitten, Steinbach und Weilrod einsetzen.

War zuvor gesetzt, dass sich künftig zwei Männer aus dem Usinger Land in Wiesbaden für den Hochtaunus stark machen, nämlich der Neu-Anspacher Bellino und der Wehrheimer Sebastian Sommer, so bietet nun doch eine Vertreterin aus dem Vordertaunus zu Letzterem das Gegengewicht. „Es ist wichtig, dass Frauen mehr partizipieren“, sagt sie. Die Sichtweisen müssten diverser werden. „Da kann ich als Frau und Mutter viel zu beitragen.“ Mit Annette Hogh (Königstein), langjährige Ersatzkandidatin von Jürgen Banzer, wolle auch ihre Ersatzkandidatin werden; „als Frauen-Team“ wollen beide für den westlichen Wahlkreis Hochtaunus II antreten.

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