Ärzte (Symbolfoto).
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Ärzte (Symbolfoto).

Kliniken in Hessen

Zweifel an Qualifikation der Klinikärzte

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen hält Klinikärzte bis auf Einzelfälle nicht für ausreichend qualifiziert, um ambulante Behandlungen gut und wirtschaftlich durchzuführen.

"Dreist, dreister, Krankenhaus“. Mit diesen Worten hat der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen die Vorwürfe kommentiert, über die die Frankfurter Rundschau am Dienstag berichtete. Leiter von Notfallambulanzen in hessischen Kliniken befürchten, dass die ab April geltende neue Gebührenordnung Patienten gefährdet. Heute wollen sie ihre Bedenken näher erläutern.

Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ werde von den Kliniken „konsequent unterlaufen“, so der KV-Vorstand. Er habe „großes Verständnis für den Existenzkampf viele Kliniken“. Doch sie würden sich zu Unrecht immer mehr in der ambulanten Versorgung breit machen, für die die niedergelassenen Haus- und Fachärzte zuständig sind. Dass sie sich nun zu Wort melden, komme nicht überraschend. „Immerhin geht ihnen ein in den vergangenen Jahren überaus lukratives Geschäftsmodell verloren.“

Anders als von den Klinikärzten beschrieben, sei die Gebührenordnung eine bundesweite und keine hessische. Auch würden sie verschweigen, dass Kliniken erhebliche Zuschläge für echte Notfälle und schwer kranke Patienten erhalten, so die KV. „aber eben nur für diese.“ Die Deutsche Krankenhausgesellschaft habe 150 Euro für alle Fälle gefordert – „also auch für Schnupfen und Fußpilz“.

Ein weiteres zentrales Problem sieht der Vorstand der hessischen Kassenärzte im fehlenden Know-how der Kollegen an den Krankenhäusern. „Sie sind bis auf Einzelfälle in der Regel nicht ausreichend qualifiziert, um ambulante Behandlungen gut und wirtschaftlich durchzuführen.“

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