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Dreieichs neuer Stadtrat kommt aus Wetzlar: Markus Heller (li.) wurde am Dienstag vereidigt und steht zusammen mit Bürgermeister Martin Burlon (re.) ab 1. November an der Spitze der Stadt.

Dreieich

Zwei Parteilose an der Spitze

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Die Dreieicher Stadtverordneten haben den parteilosen Bewerber Markus Heller aus Wetzlar zum Ersten Stadtrat gewählt. Der FDP-Bewerber aus Mörfelden-Walldorf hatte das Nachsehen.

Seit Dienstagabend können die Dreieicher von sich behaupten, besonders zu sein: Die Stadt wird nämlich künftig von zwei Parteilosen „regiert“. Das ist einzigartig im Kreis Offenbach. Mit der Wahl des Wetzlarer Bewerbers Markus Heller zum Ersten Stadtrat stellten die Stadtverordneten dem amtierenden parteilosen Bürgermeister Martin Burlon nach eineinhalb Jahren einen „Gleichgesinnten“ an die Seite. Der FDP-Kandidat Steffen Seinsche aus Mörfelden-Walldorf hatte das Nachsehen.

Das Wahlergebnis war eindeutig: 27 von 42 Stadtverordneten votierten am Dienstagabend in geheimer Wahl für Markus Heller aus Wetzlar, 13 für Steffen Seinsche. Zwei Parlamentarier wandten sich gegen beide Kandidaten und kreuzten auf dem Stimmzettel ein „Nein“ an.

Seinsche, der seit vier Jahren ehrenamtlicher FDP-Stadtrat und Dezernent des Bürger- und Ordnungsamtes in Mörfelden-Walldorf ist, war der Wunschkandidat der 13-köpfigen CDU-Fraktion. Die FDP wollte „ihren“ Mann dagegen nicht unterstützen; sie schlug stattdessen gemeinsam mit den Grünen und der SPD Markus Heller als Ersten Stadtrat vor.

FDP-Fraktionschef Alexander Kowalski erklärte nach der Wahl, warum sich seine Partei so entschieden hatte: Die Sachkompetenz im Baubereich habe den Ausschlag gegeben. „Und da war der Lebenslauf von Heller nicht zu schlagen.“

Heller tritt Stelle in Dreieich am 1. November an

Der 54-Jährige ist diplomierter Bauingenieur und leitet seit April 2011 das Wetzlarer Tiefbauamt mit 70 Beschäftigten. Zudem ist er dort Technischer Leiter des Abwasserverbandes. In Dreieich wird er die Fachbereiche Planung und Bau sowie Bürger und Ordnung verantworten. Über den Vorsitz im Verwaltungsrat der Dreieich Bau AÖR wird er mittelbar auch für den Wohnungsbau und das Gebäudemanagement der Stadt verantwortlich sein.

Heller tritt seine Stelle in Dreieich erst am 1. November an. „Ich reiße in Wetzlar eine große Lücke und bin es der Mannschaft schuldig, dass ich dort nicht von heute auf morgen verschwinde“, erklärte er gegenüber der FR. Er werde mit seiner Frau Britta Oesterle dort wohnen bleiben, werde sich in Dreieich aber eine Pendler-Wohnung nehmen, „falls Sitzungen mal länger dauern“.

Mit dem Amtsantritt von Heller enden für Bürgermeister Burlon 20 Monate, in der er keinen Stellvertreter hatte. Der damalige Erste Stadtrat Burlon war im Oktober 2018 zum Bürgermeister gewählt worden; seit 1. Februar 2019 war somit der Stadtrats-Posten vakant. Bereits im Dezember 2018 war die Position ausgeschrieben worden. 59 Bewerbungen gingen damals ein, acht wurden ausgewählt – doch im Wahlvorbereitungsausschuss gab es kein mehrheitliches Meinungsbild. In einer zweiten Runde gingen dann 26 Bewerbungen ein. Der Ausschuss führte mit acht Bewerbern Gespräche, drei zogen ihre Bewerbung zurück. Nach coronabedingten Verzögerungen konnte am Dienstag endlich gewählt werden.

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