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250 Feuerwehrleute waren am Donnerstag im Einsatz.

Tiere

Zwei Gestütspferde in Bad Homburg kämpfen um ihr Leben

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Am Tag nach dem Großfeuer auf dem Erlenhof beschreibt Eigentümer-Familie Rothenberger die dramatische Rettungsaktion. Die Feuerwehr ist weiterhin vor Ort.

Es ist eine Bilanz des Schreckens: Fünf tote und mehrere verletzte Pferde, vier leicht verletzte Menschen, ein zerstörter Stall und eine kaputte Reithalle. Und doch hätte der Großbrand am Donnerstag auf dem Gestüt der bekannten Reiterfamilie Rothenberger leicht noch schlimmer ausgehen können.

Dem aufgeregten Gebell von Hündin Nera sei es zu verdanken, dass die Bewohner des Erlenhofs frühzeitig auf das Feuer aufmerksam geworden seien, beschreibt die Familie selbst in einer Stellungnahme, die sie am Freitag auf ihre Homepage gestellt hat. Die Geschwister Sanneke und Sönke Rothenberger seien sofort in die brennende Stallanlage geeilt, um möglichst viele Pferde daraus zu befreien.

Diesem „beherzten und mutigen Einsatz“ sei es zu verdanken, dass mehr als zwanzig Tiere gerettet werden konnten, sagt der Leiter der Bad Homburger Feuerwehr, Daniel Guischard. Darunter „Cosmo“, mit dem Sönke Rothenberger Mannschafts-Gold bei den Olympischen Spielen 2016 gewonnen hat. Der zwölf Jahre alte Wallach sei seinem Reiter „wie ein Lämmchen“ aus dem brennenden Stall gefolgt, so wild er sich schon in anderen Situationen benommen habe, heißt es in der Stellungnahme der Familie. Das Tier blieb unverletzt, sein Reiter habe leichte Verbrennungen im Gesicht erlitten.

Seine Schwester Sanneke musste ebenso wie ein Mitarbeiter der Anlage ins Krankenhaus gebracht werden. Sie erlitt nach Angaben der Familie bei der Rettung der Pferde Verbrennungen an den Oberschenkeln und eine leichte Rauchgasvergiftung. Zwei Feuerwehrleute verletzten sich ebenfalls leicht.

Das Feuer war am frühen Donnerstagmorgen auf dem Gestüt Erlenhof ausgebrochen. Fünf der 35 in dem betroffenen Stall untergebrachten Pferde starben. Dabei handelte es sich nach Angaben der Rothenbergers um die familieneigenen Pferde „Paso Doble“, „Kid Gentleman“, „Fayola“ und „Zum Glück“. Auch das Pony einer schwedischen Nachwuchsreiterin, das von Tochter Semmieke trainiert wurde, sei Opfer des Brandes geworden. Die Stuten „Luna“ und „Kantate“ seien nach schweren Verbrennungen noch in kritischem Zustand.

Bei dem Großbrand waren rund 250 Feuerwehrleute im Einsatz. Ihnen gelang es, ein Überspringen der Flammen auf ein benachbartes Wohnhaus zu verhindern. Das Stallgebäude war jedoch nicht mehr zu retten, und auch die dazu gehörende Reithalle ist – entgegen erster Vermutungen – schwer beschädigt. Die Höhe des Schadens kann bislang noch nicht beziffert werden, Polizeisprecher Volker Hammann geht von einer siebenstelligen Summe aus.

Einige Brandschützer waren am Freitag noch vor Ort, um Glutnester aufzuspüren und ein Wiederaufflammen des Feuers zu verhindern. In der Nacht seien sie durch eine Drohne mit Wärmebildkamera unterstützt worden, erläuterte Feuerwehrchef Guischard.

Wie es zu dem Brand kommen konnte, ist noch unklar. Es könnten weder Brandstiftung noch ein technischer Defekt ausgeschlossen werden, sagte Polizeisprecher Hammann. Die Nachforschungen könnten noch mehrere Tage dauern, da die Brandfläche mit rund 1000 Quadratmetern sehr groß sei. Zudem sei in dem niedergebrannten Stallgebäude das oberste Stockwerk eingestürzt. mit dpa

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