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Suche nach dem Jungen, der am Sonntagnachmittag im Rodgauer Badesee unterging.
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Von einem Boot aus wurde nach dem Jungen gesucht, der am Sonntagnachmittag im Rodgauer Badesee unterging.

Badeunfälle in Hessen

Zwei Badetote innerhalb von 48 Stunden im Rodgauer Badesee

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Ein Elfjähriger geht im Rodgauer Badesee unter und wird nach zweistündiger Suche leblos geborgen. Zwei Tage vorher verunglückt eine 41-jährige Schwimmerin tödlich.

Rodgau - In Rodgau ist man fassungslos: Zwei Menschen kamen innerhalb von 48 Stunden am Badesee im Stadtteil Nieder-Roden ums Leben. Am Freitagnachmittag (23.07.2021) verunglückte eine 41-jährige Frankfurterin, die von einer Schwimmerin erst gerettet wurde und dann doch kurz darauf im Krankenhaus verstarb.

Am Sonntagnachmittag (25.07.2021) ertrank ein Elfjähriger. Nach zweistündiger Suche konnte er nur noch leblos aus dem See geborgen werden. Das Strandbad wurde mit Beginn der Rettungsmaßnahmen geräumt und bleibt nun bis einschließlich Donnerstag geschlossen. „Zwei Todesfälle am Badesee, jeder für sich genommen ein tragischer Einzelfall, werden in der kurzen Zeit doch als Häufung wahrgenommen. Ein Moment des Innehaltens auf allen Seiten ist angemessen“, so Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD).

Rodgau: Taucher findet Jungen in vier Meter Tiefe im Badesee

Der verunglückte Junge war mit seinen Eltern aus Obertshausen an den Rodgauer Badesee gekommen. Er sei allein ins Wasser gegangen, der Vater habe seinen Sohn vom Ufer aus beobachtet, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen. Er sei über die Kette, die den Nichtschwimmerbereich abgrenzt, hinausgegangen, erklärte die städtische Pressesprecherin Sabine Hooke. Als er plötzlich nicht mehr zu sehen gewesen sei, habe der Vater den Bademeister verständigt, sagte der Polizeisprecher.

Der Elfjährige habe angeblich nicht oder nur sehr schlecht schwimmen können und sei wohl an der Abbruchkante verunglückt, so Hooke. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften suchte in dem See, der in einem Meter Tiefe schon stockdunkel ist, nach ihm. Ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera und eine Unterwasserdrohne der Feuerwehr Maintal kamen dabei ebenfalls zum Einsatz. Ein Feuerwehrtaucher fand ihn um 18.47 Uhr – fast zwei Stunden später – in vier Meter Tiefe und brachte ihn ans Ufer, wo noch Reanimierungsversuche unternommen wurden. Im Klinikum in Offenbach konnte nur noch sein Tod festgestellt werden.

Badesee in Rodgau: Tote Schwimmerin wird obduziert

Bei der Frankfurterin, die zwei Tage vorher im Badesee verunglückt war, hat die Kripo eine Obduktion angeordnet, um die genaue Todesursache zu klären. Eine Schwimmerin hatte die Notlage der 41-Jährigen bemerkt, zog diese noch zu einem der kleinen schwarzen Schwimmkissen vor dem FKK-Strand im See und begann dort die Reanimierung. Die Retterin habe gerufen und sich mit Winken bemerkbar gemacht, so Hooke. Die Rettungsschwimmerstreife, die an der Wasserkante unterwegs war, sei ins Rettungsboot gesprungen und habe die Wiederbelebung an Bord und dann am Strand fortgeführt. Der Krankenwagen brachte die Frau um 16.22 Uhr in die Asklepios-Klinik Langen, wo sie um kurz nach 17 Uhr verstarb. „Sie war mit ihrem Freund da und wollte alleine eine Runde schwimmen“, sagte der Polizeisprecher. Sie sei eine gute Schwimmerin gewesen.

DLRG-Aussichtsturm war im Badesee Rodgau nicht besetzt

Der Badeaufsicht könne kein Vorwurf gemacht werden, so Hooke – auch wenn sich die Todesfälle in einer Zeit ereigneten, wo sich keine 5000, sondern coronabedingt höchstens 1700 Badegäste im Strandbad aufhalten. „Es waren ja zwei völlig unterschiedliche Fälle“, so Hooke. Es habe genügend Aufsichtspersonal gegeben, die DLRG sei sowohl am Freitag als auch am Sonntag voll besetzt gewesen und habe bei der Aufsicht „auch nicht geschlafen“. Einige Badegäste, die das Todesdrama am Freitag mitbekamen, äußerten Kritik, weil der Aussichtsturm zum Zeitpunkt des Unglücks nicht besetzt war. Der Turm sei generell nicht immer besetzt, sagte Hooke. Die Rettungsschwimmer würden im Wechsel auch Streife laufen und den See mit dem Boot abfahren.

Bei der Stadt Rodgau hat man aus den tragischen Ereignissen eine Erkenntnis gewonnen: „Die Schwimmkissen werden auf jeden Fall im See bleiben“, so Hooke. Sie wurden im Vorjahr übers tiefe Wasser verteilt, als die Badeinseln wegen der Pandemie weggeschleppt wurden. (Annette Schlegel)

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