Kai Klose (Die Grünen), Hessens Minister für Soziales und Integration, im Interwiev. Renate Hoyer

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Integrationsminister Klose will Dialogforum Islam ins Leben rufen – ohne Themenvorgabe

Der hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (Grüne) will die Zusammenarbeit mit muslimische Religionsgemeinschaften und Verbänden intensivieren. In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden kündigte der Grünen-Politiker an, erstmals in Hessen ein Dialogforum Islam einzuberufen. „Ich denke, das wird noch im ersten Halbjahr passieren.“

Gespräche mit Vertretern der christlichen Kirchen gebe es ja bereits traditionell, erklärte er. Für das Treffen mit den vielfältigen muslimischen Religionsgemeinschaften und Verbänden brauche es aber ein Forum mit einer breiteren Aufstellung. Er rechne mit etwa 20 Teilnehmern, sagte Klose. Die schwarz-grüne Landesregierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag auf das Dialogforum Islam geeinigt.

Spezielle Themen wolle er für das Treffen bewusst nicht vorgeben, sagte Klose. Es gehe vorrangig darum, zuzuhören, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen zu beschreiben und zu definieren: Wo sind die vordringlichsten Themen aus Sicht der sehr vielfältigen muslimischen Community? Was will der Staat?

„Wir wollen wirklich reinhören, zuhören und erfahren, wie die muslimische Lebensrealität in Hessen aussieht“, versicherte der Minister. „Weil sie weit vielfältiger ist als das, was gemeinhin auch öffentlich diskutiert wird: Da redet man entweder über radikale Salafisten oder über überraschend weltliche Muslime. Aber die Welt dazwischen ist ja viel größer.“

Kooperation mit LorzZiel des Dialogforums Islam müsse aber immer bleiben, sich auf eine gemeinsame Richtung zu verständigen. Er werde sich bei den Vorbereitungen zu dem Treffen auch eng mit dem Haus von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) abstimmen, sagte Klose.

Beim islamischen Religionsunterricht prüft das Kultusministerium derzeit, ob der türkische Moscheeverband Ditib weiter für die Aufgabe geeignet ist. Falls die Zusammenarbeit mit Ditib beendet wird, will das Land ein neues Unterrichtsangebot in alleiniger staatlicher Verantwortung leisten. Der islamische Religionsunterricht wurde in Hessen zum Schuljahr 2013/2014 eingeführt und ist mittlerweile auf Schüler bis zur Jahrgangsstufe sechs ausgeweitet worden. dpa

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