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Christel Germer (CDU) war in den vergangenen fünf Jahren Stadtverordnetenvorsteherin. cdu dietzenbach
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Christel Germer (CDU) war in den vergangenen fünf Jahren Stadtverordnetenvorsteherin. cdu dietzenbach

Dietzenbach

Zoff ums Amt der Dietzenbacher Stadtverordnetenvorsteherin

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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In Dietzenbach brechen SPD, Grüne und Linke mit dem Usus, dass die größte Fraktion die Erste Bürgerin oder den Ersten Bürger stellt, und schlagen eine eigene Kandidatin vor.

Es brodelt im Dietzenbacher Stadtparlament, noch bevor die Stadtverordneten am Freitagabend zum ersten Mal in dieser Wahlperiode tagen. Grüne, SPD und Linke brechen nämlich mit der politischen Gepflogenheit, dass die größte Fraktion das Amt des Stadtverordnetenvorstehers oder der Stadtverordnetenvorsteherin besetzt. Sie haben eine eigene Kandidatin vorgeschlagen.

Andrea Wacker-Hempel, die bisherige Fraktionsvorsitzende der Grünen, soll nach dem Willen von SPD, Grünen und Linken das Amt besetzen. Sie tritt damit in Konkurrenz zu Christel Germer (CDU), die in den vergangenen fünf Jahren die Erste Bürgerin der Stadt war.

Die Christdemokraten haben bei der Kommunalwahl am 14. März 13 Sitze erlangt und sind damit die größte Fraktion im Dietzenbacher Stadtparlament. Sie gingen davon aus, dass es die anderen Fraktionen mit der guten demokratischen Tradition halten und den CDU-Vorschlag für das Amt mittragen.

„Ich stehe am Freitagabend für die Wahl zur Verfügung, aber ich werde mit Sicherheit nicht gewählt“, sagt Christel Germer gegenüber der FR. Schließlich sei es Teil der demnächst zu unterzeichnenden Koalitionsvereinbarung von Rot-Rot-Grün, eine eigene Kandidatin ins Rennen zu schicken. „Wenn die drei Fraktionen geschlossen abstimmen, gewinnen sie auch“, so Germer. Rein rechnerisch kommen sie auf 23 Stimmen (elf SPD, zehn Grüne, zwei Linke) und haben somit mit einem Sitz die Mehrheit.

Die Sozialdemokraten hätten den Posten „ohne Not den Grünen zugestanden“, ärgert sich Germer. Die SPD habe wohl ein Feindbild von der CDU, obwohl sie noch zu Beginn der vergangenen Legislaturperiode in einem Bündnis mit ihr war. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Manuel Salomon bescheinigt Grünen, SPD und Linken ein „Verlangen nach Ämtern“. Das sei kein gutes Omen für den künftigen Umgang im Stadtparlament.

Für Germer ist die Entscheidung, eine Gegenkandidatin aufzustellen, umso unverständlicher, als sie selbst „zwar politisch, aber nicht parteipolitisch“ sei. Salomon spricht sogar von „mangelndem Respekt, auch vor dem Wahlergebnis“. Die 78-Jährige erklärt, sie hätte gerne ein paar Jahre als Stadtverordnetenvorsteherin weitergemacht – auch wenn sich ihr Mann freue, dass sie so künftig weniger Termine habe.

„Die Wähler haben durch ihre Kreuze auf den Stimmzetteln kundgetan, dass sie eine Veränderung wünschen“, sagt Andrea Wacker-Hempel. Ihre Fraktion hat sich gegenüber der vergangenen Wahlperiode verdoppelt. Darüber hinaus siegte bei der Bürgermeisterwahl der SPD-Kandidat, der grüne Bewerber erzielte einen Achtungserfolg. Beide standen für den Wechsel. Die Anregung, als Stadtverordnetenvorsteherin zu kandidieren, kam aus der eigenen Fraktion, so die 63-Jährige – auch wenn sie Christel Germer für ihre gute Arbeit respektiert habe.

Ihre Familie stehe hinter ihrer Entscheidung, sagt Wacker-Hempel. Sie hofft, dass ihr auch Helga Giardino von der Dietzenbacher Liste (DL) die Stimme gibt, damit es nicht ganz so knapp wird.

Andrea Wacker-Hempel (Grüne) hat nun für geplante Koalition ihren Hut in den Ring geworfen. Daniela Hillbricht

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