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Die Verbraucherberatung Hessen, hier die Beratungsstelle in Fulda, will junge Leute ansprechen.

Verbraucherschutz

Verbraucherzentrale Hessen bietet Blog für junge Konsumenten  

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Verbraucherzentrale Hessen will mit einem Blog Menschen unter 35 Jahren ansprechen. Das merkt man auch an der Sprache.

Die Verbraucherzentrale Hessen versucht verstärkt, junge Menschen für ihre Beratungsangebote zu erreichen. Leicht ist das nicht. Dabei ist der Bedarf groß.

„Für junge Leute gibt es wohl kaum etwas Langweiligeres als den Begriff Verbraucherberatung“, sagt Andrea Jahnen nicht ohne Selbstironie. Jahnen ist Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen. Und will an dem Image etwas ändern.

Seit Ende vergangenen Jahres gibt es auf deren Homepage unter dem Suchbegriff „Feature“ ein Blog-Magazin, das sich speziell an junge Verbraucher richtet. Aktuelles Thema: Was solltest du bei einem Krankenkassenwechsel beachten? Zuvor ging es um Onlinebestellungen, Altersvorsorge und regionale Lebensmittel.

ANLAUFSTELLE Die VerbraucherzentraleHessen hat ihre Geschäftsstelle in der Großen Friedberger Straße 13-17 in Frankfurt.

Sie berätzu Finanzfragen, Digitalem, Lebensmitteln, Umwelt, Gesundheit, Energie, Reisen und Verträgen.

Kontakt, Infos und Anmeldung unter verbraucherzentrale-hessen.de pgh

„Gerade die Frage, woher gute und nachhaltige Lebensmittel kommen, beschäftigt junge Menschen sehr“, berichtet Ute Bitter, Leiterin der Abteilung Kommunikation. Für die Umsetzung als Blog habe sich die VZH Unterstützung von außen geholt. „Es ging uns darum, die Zielgruppe der 20- bis 35-Jährigen in der richtigen Sprache zu erreichen“, erläutert Bitter. Nun unterstützt eine junge Redakteurin das VZH-Team.

„Wir sind mit solchen Angeboten erst am Anfang“, schränkt Jahnen ein. Man brauche etwas „frischen Wind“, wolle nicht „so steif“ rüberkommen. Deshalb auch das „Du“ in der Anrede. Sie ist sicher, dass die Angebote der VZH gerade für junge Menschen extrem wichtig seien. Risiken und Beratungsbedarf gebe es gerade in Zeiten des Umbruchs in besonders großem Umfang, etwa wenn es um den Start einer Ausbildung oder eines Studiums geht, die erste eigene Wohnung oder die Gründung einer Familie.

Bei einem Informationsbesuch der VZH-Zentrale in Frankfurt am Freitag appellierte Rita Hagl-Kehl, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverbraucherschutzministerium, an die Länder, mehr Wissen über die Rechte und Pflichten von Konsumenten in die Lehrpläne der Schulen aufzunehmen. „Es gibt dort bei der Vermittlung von Wissen, gerade auch bei Digitalthemen, ein enormes Defizit“, sagte die ausgebildete Lehrerin.

Ein Schulfach Verbraucherschutz müsse es deswegen nicht geben, sagte Jahnen. Das Thema sollte besser in möglichst vielen Fächern vorkommen. So überarbeitet die VZH gerade zusammen mit dem Kultusministerium die Lehrer-Infothek. Dort finden sich Vorschläge, wie im Unterricht Verbraucherthemen bearbeitet werden können. Zudem bildet die VZH auch selbst Lehrkräfte fort und macht in Schulen Angebote für Kinder und Jugendliche. Dies sei, so Staatssekretärin Hagl-Kehl, gerade heute wichtig, wo vieles an Wissen nicht mehr in der Familie vermittelt werden könne.

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