Lorch

Zeugen schildern Einsatz am Tatort

Ein Liebespaar aus Lorch ist wegen Mordes angeklagt. Die Ehefrau des Angeklagten soll in der Badewanne ertränkt worden sein.

Im Mordprozess um eine rund 22 Jahre zurückliegende Tat hat das Landgericht Wiesbaden am Freitag erste Zeugen gehört. Angeklagt ist ein Paar aus Lorch im Rheingau. Die beiden sollen 1997 die Ehefrau des Angeklagten getötet haben. Zwei Rettungssanitäter schilderten vor Gericht ihren damaligen nächtlichen Einsatz. Die Frau habe bei ihrem Eintreffen zusammengekauert auf der Seite in einer leeren Badewanne gelegen, die Leichenstarre bereits eingesetzt gehabt, berichtete ein Zeuge. Damals sei ihm ein Behältnis an der Badewanne aufgefallen, das man beispielsweise für Vitamintabletten verwende. „War schon komisch der Einsatz“, sagte der zweite Sanitäter. Die Angeklagten schwiegen zu den Angaben.

Spezielle Klebefolien sollten damals bei den Ermittlungen Spuren an der Leiche sichern. Als das Material mit neuen Methoden nochmals untersucht wurde, fanden Ermittler DNA der Angeklagten. Das Verfahren wurde daraufhin im November 2017 wieder aufgenommen.

Geld als mögliches Motiv

Am Freitag legte eine Sachverständige ein Protokoll der Leichenfolien-Untersuchung sowie eine Beschreibung der Vorgehensweise bei der Analyse vor. Die Sachverständige wurde jedoch noch nicht vom Gericht angehört. Die Verteidigung hatte zum Prozessauftakt gefordert, diese Unterlagen zusammenzustellen, vorher würden sich die Angeklagten nicht zu den Vorwürfen äußern.

Das Paar soll laut Anklage gemeinsam die 32 Jahre alte Frau ermordet haben, um an ihr Geld, eine Lebensversicherung sowie Immobilien zu kommen. Die Frau habe sich von ihrem Mann scheiden lassen wollen.

Die 50 Jahre alte Frau und ihr 57-jähriger Geliebter sollen die Frau im Oktober 1997 betäubt, in die Badewanne gelegt und dann unter Wasser gedrückt haben, bis sie ertrank, hatte die Staatsanwaltschaft beim Prozessauftakt erklärt. Danach hätten der 57-Jährige und seine Geliebte den Tatort gereinigt und so manipuliert, dass es nach einem Suizid aussah. Das Paar sitzt in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 28. Januar fortgesetzt. (dpa)

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