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Hanauer Firmengelände Goodyear Dunlop

Personalabbau

Kampf um Hunderte Arbeitsplätze in Hanau und Maintal

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Es brodelt beim Reifenhersteller Goodyear Dunlop, ebenso beim Autozulieferer Norma. 

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hat ihre Kritik am Personalabbau beim Reifenhersteller Goodyear Dunlop bekräftigt und einen Sozialplan sowie Standortgarantien gefordert. „Hier sollen die Beschäftigten den Kopf hinhalten für Fehler des Managements“, erklärte Osman Ulusoy, Vizechef der IG BCE Hessen/Thüringen. Die Gewerkschaft bezweifle, dass die Streichungen im beabsichtigten Umfang notwendig sind. Die wirtschaftliche Lage sei gut.

Die Investitionen in die Werke begrüßten die IG BCE und Goodyear-Betriebsratschef Herbert Sandner: „Der Maschinenpark muss angepackt werden“, so Sandner. Ulusoy sagte aber auch: „Das hätten wir uns schon vor Jahren gewünscht.“ Laut Sandner, der betonte, dass hinter jeder Stelle ein Familienschicksal stehe, beginnen Management und Betriebsrat in Kürze zu verhandeln.

Goodyear will bis 2022 in Hanau 610 von 1400, in Fulda 490 von 1520 Stellen „sozialverträglich“ abbauen. Das sei nötig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem wolle die Firma 73 Millionen Euro ins Hanauer und 33 Millionen Euro ins Fuldaer Werk investieren. Geplant ist, die Produktion profitabler, großer Reifen zu steigern und viel weniger kleinere herzustellen. OB Claus Kaminsky (SPD), der als Vermittler bereitsteht, ist nach einem Treffen mit Sandner und der Geschäftsführung zuversichtlich: Sie zögen an einem Strang, um in einer schwierigen Situation gute Lösungen für die Mitarbeiter zu finden. Er lobte die „offene Kommunikation“ der Hanauer Manager und dass sie die Investitionen bei der Konzernleitung in den USA durchgesetzt hätten. Der OB hofft, dass auch die angrenzenden Wohn- und Gewerbegebiete davon profitieren, indem Dunlop seine Emissionen reduziert.

Nach FR-Informationen brodelt es auch beim Autozulieferer Norma in Maintal, wo etwa 750 Mitarbeiter tätig sind. Rund 50 Arbeitsplätze werden demnach abgebaut. Zudem habe Norma etwa die Betriebsvereinbarung zur Schichtarbeit gekündigt. Weitere Beschäftigte erhielten andere, schlechter bezahlte Aufgaben.

Auch stelle Norma den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen infrage; befristete Verträge würden nicht verlängert. Die Befürchtung, dass die Firma noch mehr Stellen streicht, ist groß. Insider mahnen Transparenz und Investitionen in Maintal an.

Eine Sprecherin teilt dazu mit, Norma investiere kontinuierlich in die Zukunftsfähigkeit. Gleichzeitig bestätigt sie „intensive Sondierungsgespräche“ mit Betriebsrat und IG Metall über „die erforderlichen Aktivitäten zur Steigerung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit“. Dabei würden „einzelne Arbeitsplätze dauerhaft entfallen“. Zahlen nennt sie nicht. Die Schritte erfolgten in enger Abstimmungen mit allen Parteien und auf Grundlage der vereinbarten Arbeitsplatzsicherung.

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