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Der Betrieb war am 1. Oktober geschlossen worden.

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Wurstfirma Wilke: Richter schildern unappetitliche Zustände

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Wurstfirma Wilke scheitert mit Antrag auf Weiterbetrieb vor dem Verwaltungsgericht.

Das Verwaltungsgericht Kassel hat die Betriebsschließung der nordhessischen Firma Wilke am Montag für rechtens erklärt und dabei unappetitliche Einblicke in die Zustände bei dem Wursthersteller gegeben. Mit der Entscheidung wies die Kammer einen Eilantrag des Unternehmens ab.

Das Gericht habe „keinen Zweifel daran, dass die getroffene Untersagungsanordnung und der angeordnete Rückruf nicht nur angemessen, sondern alternativlos seien, um erhebliche und schwerwiegende Gefahrenfür Leib und Leben einer Vielzahl von Menschen soweit wie möglich zu minimieren“, heißt es im Beschluss. Darin zitiert die Kammer aus einem Bericht der Lebensmittelkontrolleure. Nach einer Kontrolle am 4. September hätten sie mitgeteilt: „Der Raum war gefüllt mit völlig vergammelter Ware, Schimmel, Fäulnis, Gestank... am Boden war eine stinkende Flüssigkeit durch diese Flüssigkeit fuhr man, nach den Spuren zu bemessen, mit Gefährt Ware nach draußen (Konfiskat?), anschließend wieder durch die stinkende Flüssigkeit in ,reine Räume’.“

Der Betrieb war am 1. Oktober geschlossen worden, nachdem es schon Monate zuvor mehrfach Beanstandungen gegeben hatte. Nach Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts geht Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) davon aus, dass mindestens drei Menschen an Listeriose starben, die sie sich durch den Verzehr von Wilke-Wurst zugezogen hätten. Die Kasseler Richter nahmen Bezug auf Kontrollen vom März und April 2019. Dabei sei festgestellt worden, dass die Firma Wurst „mit pathogenen Listerien“ in den Verkehr gebracht habe. Auch nach einer Reinigung des Betriebs Ende April seien in Proben noch Listerien nachgewiesen worden. Es bestehe bei einem weiteren Betrieb „die Gefahr, dass erneut kontaminiserte Lebensmittel in Verkehr gelangen“, schreibt das Gericht.

Aktenzeichen.: 5 L 2504/19.KS

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