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Durch die Wüste reist Andrea Nuß mit Kamel.
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Durch die Wüste reist Andrea Nuß mit Kamel.

Friedberg

Mit der Wüste verbunden

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Die Fotografin Andrea Nuß berichtet vom Beduinen-Leben in Ägypten. Seit vielen Jahren bietet sie auch Reisen dorthin an. Dabei helfen ihre guten Kontakte.

Die Wüste ist das zweite Zuhause von Andrea Nuß. Noch während des Studiums unternahm sie 1996 das erste Mal eine Reise in den Sinai. Dort lernte sie eine Beduinenfamilie kennen. Nuß traf die nomadischen Wüstenbewohner in ihren Zelten. „Ich war beeindruckt von dieser Ursprünglichkeit“, sagt die 48-jährige Reisefotografin.

„Man hat das Gefühl, all der Dinge, die einen hier bedrücken, entledigt zu sein.“ Aus dem ersten Treffen und der anfänglichen Neugier entwickelte sich eine tiefe Verbundenheit mit den Menschen und der Wüste im Süden der ägyptischen Halbinsel. Später entdeckte Nuß die Sahara. Gemeinsam mit fünf Kamelen und zwei Oasenbauern wanderte sie sechs Wochen lang über 700 Kilometer zur Oase Siwa.

Abenteuer auf alten Karawanen-Wegen

Von ihren Erlebnissen im Orient berichtet sie in aufwendigen Reportagen. Bilder, untermalt mit Originaltönen und Musiksequenzen, erzählen von Abenteuern auf alten Karawanen-Wegen und dem Leben der Wüstenbewohner. Das „Gefühl der Weite und Freiheit“ möchte Nuß den Menschen nicht nur durch ihre Reportagen vermitteln. Sie sollen es selbst erfahren. Deshalb bietet sie seit 2001 auch Reisen nach Ägypten an. 50 Mal war sie schon im Sinai und der Sahara. Letztere ist gegenwärtig ein Tabu. Leider sei es nicht möglich, in die Sahara zu reisen, sagt Nuß. Das Militär bekämpfe dort Terroristen. Diese nutzten die unüberschaubare Riesenwüste für ihre Verstecke. „Wenn es sich politisch verändert, werde ich das wieder aufgreifen.“

Die nächste Tour in den Sinai steht dagegen schon in einigen Wochen an. Über Silvester begleitet die Fotojournalistin wieder eine Reisegruppe. Sieben Tage soll es dann auf Kamelen durch die Wüste gehen „Die Beduinen sind dort extrem interessiert an Ruhe und Sicherheit und freuen sich über jeden Aufschwung des Tourismus“, erklärt Nuß. Solange ein Reisegast mit einem Beduinen innerhalb seines Stammesgebietes unterwegs ist, sei er vor allen Übergriffen geschützt. Seit 2015 machten auch immer mehr junge Ägypter Ausflüge in den Sinai und übernachteten in günstigen Camps am Meer. Für Nuß ein Beleg dafür, wie sicher es dort ist.

Nuß, die in Offenbach geboren wurde, wohnt seit fünf Jahren in Friedberg. In die Wetterauer Kreisstadt kam sie der Liebe wegen. Ihr Lebensgefährte ist der Fotojournalist Dieter Glogowski, der vor allem wegen seiner Himalaya-Reportagen und als Gründer des Weitsicht-Festivals in Darmstadt bekannt geworden ist. In ihrem Haus zeugen etliche Fotografien von Nuß’ Wüsten-Passion. Sie dokumentieren besondere Begegnungen aus zwei Jahrzehnten. Ein Schwarz-Weiß-Bild zeigt den Fuß und die Hand von Nuß’ altem Gastvater. Auf einem anderen ist ein Beduine zu sehen, mit dem Nuß seit mehr als 20 Jahren eine Freundschaft verbindet. Sie nennt ihn einen „wahren Kamelflüsterer“. Er begleitet die Reisegruppe im Sinai gemeinsam mit anderen Männern aus seiner Verwandtschaft.

Die Neugier und Abenteuerlust sei in der Kindheit durch ihren Vater geweckt worden, sagt Nuß. Der habe als Ingenieur unzählige Geschäftsreisen auf fast alle Kontinente unternommen und ihr von seinen Erlebnissen berichtet. Nuß wollte es ihm nachtun. Sie ging 1995 und 1996, als sie noch Kunstgeschichte studierte, für ein Jahr nach Kapstadt und reiste viel, unter anderem nach China, Indien, Thailand und Burma. Nach der ersten Reise in den Sinai begann sie Arabisch zu lernen, und produzierte ihre erste Multivisionsshow „Wüste. Im Reich der Beduinen“.

Nach dem Abschluss 1997 kam Nuß als Quereinsteigerin zur Fotografie. „Ich wollte selber kreativ sein“, begründet sie den Wechsel. Den Lebensunterhalt verdiente sie zunächst allerdings als Assistentin in der Werbefotografie und mit Hochzeits- und Porträtaufnahmen.

Im September 2018 will die Friedbergerin zum zweiten Mal eine Reisegruppe durch Lesotho führen, eine Enklave in Südafrika, die wegen der besonderen Höhenlage auch den Namen „Königreich im Himmel“ trägt. Zwölf Tage soll es dann in Begleitung Einheimischer durch touristisch unberührte Regionen gehen. „Hier ist es noch möglich, Afrika authentisch zu erleben“, so Nuß.

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