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Der Saal der Bürgerhäuser mutierte drei Tage lang zur Werkstatt.  bürgerhäuser dreieich
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Der Saal der Bürgerhäuser mutierte drei Tage lang zur Werkstatt.

Dreieich

Wünschefeuer statt Böller und Raketen

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Seit Samstag finden die Dreieicher Briefe mit kleinen Holzscheiben in ihren Briefkästen. Sie sollen mit ihren Wünschen versehen ins Silvesterfeuer der Stadt wandern.

Nirgendwo im Kreis Offenbach darf das neue Jahr mit Feuerwerk oder Böllern begrüßt werden. Die Stadt Dreieich hat aber eine kreative Alternative gefunden: Sie zündet an einem geheimen Ort ein Wünschefeuer an, das jedermann zu Hause auf einem Videokanal betrachten kann. Alle Dreieicher Haushalte erhalten in diesen Tagen kleine Holzscheiben, auf die sie ihre Wünsche für 2021 schreiben können. Die Holzscheiben nähren in der Silvesternacht die Flammen und mit dem Rauch steigen die Wünsche gen Himmel.

Neu ist die Idee des Wünschefeuers nicht: Zum einen ist es in skandinavischen Ländern eine Tradition, dass man seine Wünsche ins Feuer wirft. Zum anderen war es in den vergangenen sechs Jahren Teil der Silvesterparty mit Live-Band, die die Bürgerhäuser Dreieich in ihren Räumen veranstalteten. 800 Gäste bekamen am Einlass ein Stück Holz, das sie um Mitternacht ins mannshohe Stapelfeuer warfen.

Die Holzscheibchen wurden zum Trocknen ausgelegt.

Dieses Jahr ist die Partysause im Bürgerhaus coronabedingt nicht möglich. Die Idee, eine Live-Band samt Moderation ins Internet zu streamen, habe man verworfen, so Benjamin Halberstadt, technischer Leiter der Bürgerhäuser. „Wir hätten gegen das Konkurrenzprogramm der Öffentlich-Rechtlichen ankämpfen müssen“, begründet er. Zusammen mit Bürgermeister Martin Burlon (parteilos) entstand schließlich die Idee des großen Wünschefeuers für alle Dreieicher.

Zur Info

Auf YouTube kann das Wünschefeuer an Silvester ab 23.45 Uhr unter dem Link https://youtu.be/NSl7mfCwBm4 beobachtet werden. Dabei wird jeder einzelne Wunsch auch eingeblendet.

Der Link steht dann auch auf den Websites der Bürgerhäuser und der Stadt.

Die Holzscheiben sind in die Abgabebehälter im Rathaus, Bürgerhaus und Bürgertreff Götzenhain, in der Philipp-Köppen-Halle Götzenhain, am Obertor Dreieichenhain oder am Schneckenbrunnen Buchschlag zu werfen. ann

Dafür mussten die Verantwortlichen erstmal in die Rhön. Ein Bekannter von Halberstadt musste dort einen Wanderweg freischneiden und war froh, Haselnussäste los zu werden. „Die Äste haben wir dann drei Tage lang im Bürgerhaus durch unsere Kreissäge gejagt“, sagt Halberstadt. So entstanden 20 000 kleine, ein Zentimeter dicke Baumscheiben, die die Mitarbeitenden der Bürgerhäuser auf der Bühne zum Trocknen auslegten. Zwei heiße Stempeleisen wurden besorgt, mit denen dann das Dreieich-Logo auf die Hölzer gebrannt werden konnte.

Eine erklärende Weihnachtskarte wurde gestaltet und gedruckt. Sie enthielt auch den Dank der Stadt an die Bürger für ihre Geduld, ihr Verständnis und ihre Umsicht „in Zeiten wie diesen“. Die Karten wanderten mit den Wunschhölzern in ein rotes Kuvert, das den Stempel „Weihnachtspost“ erhielt. „Von Montag bis Donnerstag haben wir 20 000 Briefe einkuvertiert“, erzählt Halberstadt. „Bei uns sah es aus wie in der Weihnachtsbäckerei – nur halt mit Briefen.“ Zeitungsträger warfen die städtische Weihnachtspost schließlich in die Briefkästen. Die Bürger und Bürgerinnen dürfen ihre Wünsche für 2021 nun in Schlagwörtern auf die Astscheiben schreiben und sie in einen von sechs Abgabebehältern werfen. Die Stadt sammelt sie ein und wirft sie in das Wunschfeuer, das an Silvester um 23.45 Uhr entfacht wird.

Rund 15 000 Euro habe die Aktion gekostet, sagt Halberstadt, weil Werkzeuge und hochwertige Briefumschläge gekauft werden mussten sowie Druckkosten entstanden. „Pro Brief sind das 75 Cent.“ Die Stadt, die Bürgerhäuser, die Stadtwerke, die DreieichBau und der Dienstleistungsbetrieb teilen sich die Kosten.

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