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Die Landesvorsitzende Daniela Wagner (Listenplatz 1) und der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour (Listenplatz 2) von Bündnis 90/Die Grünen.

Grünen in Hessen

Spitzenkandidatin nur knapp gewählt

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Daniela Wagner führt die Liste der Grünen in Hessen für die Bundestagswahl an. Bei mehreren aussichtsreichen Plätzen gab es Kampfabstimmungen.

Die hessischen Grünen ziehen mit ihrer Landeschefin Daniela Wagner sowie den bisherigen Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour und Kordula Schulz-Asche an der Spitze in den Bundestags-Wahlkampf 2017. Für die weiteren aussichtsreichen Plätze wurden Wolfgang Strengmann-Kuhn und Bettina Hoffmann nominiert, die sich in Kampfkandidaturen gegen andere Bewerber durchsetzten.

Die Grünen forderten klare Haltung, um Rechtspopulisten entgegenzutreten. „Wir haben eine Verantwortung für Demokratie, Toleranz, Menschenrechte, Respekt, Integration und Teilhabegerechtigkeit“, sagte Daniela Wagner. Die Spitzenkandidatin und viele andere Redner gaben das Ziel einer Regierungsbeteiligung im Bund aus und schlossen keine Konstellation außer einem Bündnis mit der AfD aus,

Die Darmstädterin Wagner, die bis 2013 bereits im Bundestag gesessen hatte, erreichte nur ganz knapp die ausreichende Stimmenzahl, obwohl sie keine Gegenkandidatin hatte. Für sie stimmten 297 der 561 Mitglieder, die sich in der Messehalle am Rande Gießens an der Wahl beteiligten. Das waren 52,9 Prozent. Bei weniger als 50 Prozent wäre Wagner nicht nominiert worden.

Bestes Ergebnis für Nouripour

Das beste Ergebnis bekam der Außen- und Verteidigungspolitiker Omid Nouripour. Für den Frankfurter stimmten 88 Prozent. Nouripour konnte einen Erfolg grüner Politik an der eigenen Person demonstrieren. „Wenn die Grünen nicht das Staatsbürgerschaftsrecht geändert hätten, könnte ich heute hier gar nicht kandidieren“, sagte der gebürtige Iraner Nouripour. Er sei als Mitglied des Verteidigungsausschusses fünf Jahre lang zuständig gewesen für die „Verteidigung des Vaterlandes – ohne dass das Abendland untergegangen ist“, sagte er augenzwinkernd.

Kordula Schulz-Asche wurde mit 78,6 Prozent gewählt. Sie hatte es als „Schande für ein reiches Land wie das unsere“ bezeichnet, dass sich Altersarmut ausbreite und nicht ausreichend Pflegekräfte vorhanden seien.

Auf Platz vier setzte sich der Offenbacher Sozialpolitiker Wolfgang Strengmann-Kuhn, der bereits dem Bundestag angehört, gleich im ersten Wahlgang gegen seine nordhessischen Konkurrenten Boris Mijatovic und Jürgen Frömmrich durch. Strengmann-Kuhn erhielt 54,7 Prozent, Mijatovic 24,2 Prozent und der Landtagsabgeordnete Frömmrich 19,9 Prozent.

Mehrere Wahlgänge wurden erst beim Wettbewerb um Platz fünf nötig, der ebenfalls gute Aussichten auf den Einzug in den Bundestag bedeutet. Hier setzte sich die Biologin Bettina Hoffmann aus dem Schwalm-Eder-Kreis gegen drei Konkurrentinnen durch. Im entscheidenden dritten Wahlgang entfielen 282 Stimmen auf Hoffmann (50,2 Prozent) und 230 Stimmen auf die Landtagsabgeordnete Goldbach (40,9 Prozent). Goldbach wurde auf Platz 7 nominiert.

Auf Platz 6, der bei einem sehr guten Wahlergebnis für den Einzug ins Parlament reichen könnte, setzte sich Boris Mijatovic aus Kassel gegen drei andere Bewerber durch. Der Landtagsabgeordnete Frömmrich steht auf Platz 8 der Liste.

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