Besonders neue Wohnungen, wie hier in Offenbach, sind sehr teuer.. Foto: Rolf Oeser
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Besonders neue Wohnungen, wie hier in Offenbach, sind sehr teuer.. 

Immobilien

Wohnungspreise in Hessen stark gestiegen

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Der Preisanstieg bei Wohnungen und Eigenheimen in Hessen hat sich 2019 fortgesetzt. Besonders verteuert haben sich Immobilien im Süden des Landes.

Die Preise für Eigentumswohnungen und Eigenheime sind im vergangenen Jahr in Hessen erneut deutlich gestiegen. Das zeigt eine Trendmeldung der hessischen Gutachterausschüsse für Immobilienwerte, für die etwa 85 Prozent der im Jahr 2019 abgeschlossenen Kaufverträge ausgewertet wurden.

Besonders stark verteuert haben sich Wohnimmobilien in Südhessen. Neue Eigentumswohnungen wechselten dort der Auswertung nach im Durchschnitt für 4950 Euro pro Quadratmeter den Eigentümer. Das ist ein Anstieg um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für Bestandswohnungen zahlten Käufer 2900 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg um 6,2 Prozent.

In Nordhessen wechselten neue Eigentumswohnungen dagegen im Durchschnitt für nur 3100 Euro pro Quadratmeter den Eigentümer, Bestandswohnungen für 1650 Euro pro Quadratmeter.

Sehr groß ist das Nord-Süd-Gefälle auch bei den Preisen für Eigenheime. Sie liegen im südlichen Teil des Landes im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch wie in der nördlichen Hälfte. Und die Kluft wird immer größer: Die Preissteigerung fiel im Süden mit 5,1 Prozent höher aus als im Norden, wo sie 4,5 Prozent betrug.

Nordhessen viel günstiger

Freistehende Einfamilienhäuser wechselten im Süden im Durchschnitt für 427 000 Euro den Eigentümer, Doppelhaushälften für 412 000 Euro, Reihenhäuser für 413 000 Euro. Im Norden zahlten Käufer im vergangenen Jahr 211 000 Euro für freistehende Einfamilienhäuser, 188 000 Euro für Doppelhaushälften und 194 000 Euro für Reihenhäuser.

Riesig sind die Unterschiede auch bei den Bodenpreisen für Wohnbauflächen. Die liegen mit im Durchschnitt 390 Euro pro Quadratmeter im Süden gut viermal höher als im Norden, wo nach Zahlen der Gutachterausschüsse nur durchschnittlich 85 Euro pro Quadratmeter fließen.

Dass die Zahl der abgeschlossenen Kaufverträge im Jahr 2019 landesweit deutlich gesunken ist, von 67 200 im Jahr 2018 auf rund 62 000, hat nach Ansicht der Geschäftsstelle der hessischen Gutachterausschüsse mitnichten mit einer mangelnden Nachfrage nach Immobilien, sondern dem immer knapper werdenden Angebot zu tun. So sei etwa der Markt für günstige Bestandswohnungen wie leergefegt. Und die Baubranche könne die durch das anhaltend sehr niedrige Zinsniveau befeuerte hohe Nachfrage nicht decken. Eine Trendwende auf dem hessischen Wohnimmobilienmarkt sei daher trotz einzelner Überhitzungseffekte nicht in Sicht, heißt es.

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