Kriminalität

Wohnungen und Handys durchsucht

Nach den tödlichen Schüssen auf Asylbewerber in Fulda nehmen die Ermittler die Arbeit wieder auf.

Im Fall des im April 2018 in Fulda von einem Polizisten erschossenen Asylbewerbers hat die Staatsanwaltschaft wieder die Ermittlungen aufgenommen. Grund ist das im März aufgetauchte Handyvideo, das Teile des damaligen Geschehens zeigt. Es hat in den vergangenen vier Wochen auch mehrere Hausdurchsuchungen gegeben. Dies bestätigten Innenminister Peter Beuth auf Nachfrage der Linken-Fraktion vor dem Innenausschuss des Landtags und Harry Wilke, Sprecher der Staatsanwaltschaft Fulda.

Eine Gruppe von vier Personen hatte das Geschehen vor Abgabe der tödlichen Schüsse aus einem Auto heraus gefilmt. Zu erkennen ist in dem Video laut Staatsanwaltschaft die Auseinandersetzung zwischen dem 19 Jahre alten Opfer und fünf Polizisten.

Im April habe man daraufhin die vier damals im Auto sitzenden und filmenden Zeugen vernommen, sagte Wilke. Aufgrund widersprüchlicher Aussagen hätten die Ermittler vermutet, dass weitere Videos von dem Vorfall existieren könnten. Daraufhin durchsuchten sie Wohnungen der Zeugen in Fulda und nahmen deren Smart- phones in Augenschein. Neue Videos seien bislang nicht gefunden worden. Die Ermittlungen laufen allerdings noch.

Der 19-jährige Asylbewerber soll am Morgen des 13. April 2018 vor einer Bäckerei randaliert haben. Auch eine Polizeistreife soll er angegriffen haben – mit einem Schlagstock, den er einem Polizisten abgenommen hatte. Bei einer anschließenden Verfolgung schoss ein Beamter zwölf Mal auf den Mann. Zwei Kugeln waren tödlich.

Anfang Februar waren die Ermittlungen eingestellt worden. An der Einschätzung der Staatsanwaltschaft, dass der Polizist in Notwehr gehandelt hat, dürfte sich auch nach Wiederaufnahme der Ermittlungen nichts ändern. „Das Video bestätigt die bisherigen Erkenntnisse“, sagte Wilke.

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