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Marcus Krüger (l.) und Dieter Hermenau vor dem Haus.

Hofheim

Wohnhilfe schafft in Einfamilienhaus Platz für drei Mieter

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Immobilienbesitzer können in Hofheim mit der Wohnhilfe, einem gemeinnützigen Verein, kooperieren. Vor allem kleine Wohnungen sind in der Stadt sehr begehrt.

Menschen, die bezahlbaren Wohnraum suchen, brauchen selten große Wohnungen. „Zwei Drittel unserer Kunden suchen in der Größe bis zu 60 Quadratmetern“, weiß Marcus Krüger, der Geschäftsführer der ökumenischen Wohnhilfe im Taunus. Genau davon gibt es aber viel zu wenige im gesamten Rhein-Main-Gebiet.

Der Verein mit Sitz in Hofheim geht deshalb seit einigen Jahren einen besonderen Weg, um für Wohnungssuchende eine bezahlbare Bleibe im hochpreisigen Main- und Hochtaunus-Kreis zu finden. „Wir sind immer auf der Suche nach ungenutztem Wohnraum, den uns die Eigentümer zur Verfügung stellen, damit wir daraus preiswerte Wohnungen machen“, sagt Krüger.

Jüngstes Projekt ist ein Einfamilienhaus in der Zeil im Norden Hofheims. Eine Erbengemeinschaft habe das Gebäude der Wohnhilfe zur Miete angeboten, der Kontakt sei über den Küster der Pfarrgemeinde Sankt Peter und Paul zustande gekommen, berichtet Krüger.

Mit ein paar Schönheitsreparaturen war es bei dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude nicht getan. Zusammen mit ehrenamtlichen Helfern hat das Bauteam der Wohnhilfe unter der Leitung von Dieter Hermenau die kompletten Sanitär- und Elektroanlagen erneuert, ebenso die Fußböden, die Bäder und im Dachgeschoss die Heizung. In den drei Geschossen des Hauses, das bis vor fünf Jahren eine einzige Familie bewohnte, wurden drei separate Wohnungen, 34, 52 und 47 Quadratmeter groß, gestaltet und Platz geschaffen für sechs Personen.

65 000 Euro habe der Umbau des Hauses insgesamt gekostet, erzählt Krüger. Die Kosten, die um einiges unter den üblichen Handwerkerpreisen lägen, trage der Vermieter. Die Wohnhilfe garantiert im Gegenzug, dass sie sich langfristig um die Vermietung des Objektes kümmert und auch Ausfälle kompensiert, sollten Mieter einmal nicht zahlen können.

Alle drei Wohnungen im Haus an der Zeil sind bereits vergeben. Im Erdgeschoss ist eine syrische Flüchtlingsfamilie eingezogen. Im Dachgeschoss wird eine alleinstehende Frau wohnen. Die Wohnung im ersten Stock ist noch nicht ganz fertig. Sie wird eine alleinerziehende Mutter mit Kind beziehen. Die Miete entspricht den aktuellen Konditionen des Kreissozialamtes und orientiert sich mit acht Euro pro Quadratmeter am unteren Ende des Mietspiegels.

„Als Wohnhilfe wollen wir ein Zeichen setzen, um der anhaltenden Wohnungsnot im gesamten Rhein-Main-Gebiet entgegenzuwirken“, sagt Marcus Krüger. Seine Hoffnung: Eigentümer könnten durch diese Form von Mikroprojekten motiviert werden, leerstehende Immobilien durch Umbau sinnvoll zu nutzen und sich sozial zu engagieren.

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