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2017 stand das Wasser auf der Mainstraße mehr als einen halben Meter hoch.
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2017 stand das Wasser auf der Mainstraße mehr als einen halben Meter hoch.

Hochwassergefahr

Wo in Offenbach Überflutungen drohen

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Die Stadt Offenbach hat die Gebiete identifiziert, die hochwassergefährdet sind. Jeder Immobilienbesitzer kann vom Umweltamt die Informationen erhalten.

Offenbach - Genau einen Monat ist es her, als Offenbach „Land unter“ war. Ein Unwetter mit Starkregen und Hagel hatte Straßen überflutet, Hausbesitzern und Mietern vollgelaufene Keller und der Feuerwehr 180 Einsätze beschert. Der Klimawandel lässt künftig mehr solcher Starkregenereignisse erwarten – aber die Stadt Offenbach hat vorgesorgt. Zum einen hat sie eine Planungshinweiskarte neu erstellt, die aufzeigt, wo gefährdete Stadtgebiete liegen und welche Anpassungen auf die Gefahren durch Starkregen und Hitze notwendig sind. Zum anderen wurde die Klimafunktionskarte, die bereits die Hitze und die Durchlüftung berücksichtigte, neu aufgelegt und um das Thema Starkregen erweitert, sowie um ein Zukunftsszenario fürs Jahr 2050.

Die beiden Karten sind detaillierte Instrumente, mit denen Offenbach den klimagerechten Stadtumbau stemmen will. Die Planungshinweiskarte zeigt Schwerpunkte für die städtebauliche Planung auf, wie etwa klimaangepasste Bauweise, Flächenentsiegelung oder Gebäudebegrünung.

Klimadaten an Offenbacher Stadtwicklung angepasst

In der Klimafunktionskarte, die erstmals im Jahr 2011 erstellt wurde, sind die Klimadaten aktualisiert und an die rasante Stadtentwicklung angepasst worden. Die geplanten Baugebiete flossen mit ein, die Luftströmungen wurden neu ermittelt, Starkregenereignisse eingepflegt. „Wir können jetzt sehr feingliedrig reagieren“, so Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach. Die Stadt hat 2018 zusätzlich zur Stelle der Klimaschutzmanagerin auch die befristete, vom Bund geförderte Stelle eines Klimaanpassungsmanagers geschaffen. David Stoitner hat sie bis 1. April 2022 inne.

Hochwasser in Offenbach: Isenburger Schloss und Hochschule für Gestaltung besonders betroffen

Immobilienbesitzer:innen, die wissen wollen, ob ihr Haus in einem überflutungsgefährdeten Bereich liegt, müssen das Umweltamt kontaktieren. Aus Datenschutzgründen könne man die Karten nicht im großen Maßstab präsentieren, erklärte Stadtsprecher Fabian El-Cheikh. Die Hauseigentümer:innen hätten sonst eventuell ein Problem, an einen Versicherungsschutz zu kommen oder könnten den Versicherungsschutz gekündigt bekommen.

Klar ist aber, dass das Gebiet ums Isenburger Schloss und die Hochschule für Gestaltung besonders betroffen ist. Dort zerstörte das Wasser beim letzten Starkregen vieles, was im Keller gelagert war. Ein Entlastungskanal ist geplant, der bei Starkregen die Kanalisation unterstützen soll. Er kommt mit der Deichsanierung, die 2022 beginnt.

Wie Einwohnerinnen und Einwohnerinnen gewarnt werden

Wie wird in Offenbach künftig über drohende Hochwasserereignisse informiert?
Über das Radio, über Lautsprecherdurchsagen von Feuerwehr oder Polizei, über die Katastrophen-Warnapps Katwarn, Hessenwarn und Nina, über die Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes, auf der Internetseite www.offenbach.de sowie über die städtischen Accounts auf Twitter (@Stadt_OF), Facebook (@Stadt Offenbach) und Instagram (@stadt_offenbach) . Auch der Hashtag #notfallof kann abonniert werden. 2022 wird es auch Push-Nachrichten aufs Handy geben. Die Sirenen wurden in Offenbach in den 1990er-Jahren abgebaut, das Sirenenwarnsystem soll aber wieder installiert werden.

Wie erfolgt die Alarmierung?
Die Feuerwehr löst die Warnkette aus. Sie ist in Kontakt mit allen zuständigen Behörden, Rettungsdiensten, dem THW, der Polizei, dem Presseamt und dem Deutschen Wetterdienst, wo Hochwasserinformationen mit mehrstündiger Vorlaufsfrist auflaufen.

Vor welchen Katastrophenfällen wird noch gewarnt?
Neben Starkregen wird auch bei Flugzeugabstürzen, Großbränden und Mainhochwasser gewarnt. Dafür sind bereits Internetseiten vorbereitet, die sofort live geschaltet werden können.

Wie kommen Hauseigentümer:innen an Infos, ob ihr Gebäude hochwassergefährdet ist?
Das kann beim Umweltamt per E-Mail an umweltamt @offenbach.de erfragt werden. Dort wird auch beraten.

Was ist bei Starkregen zu tun?
Unter offenbach.de/starkregen sind Handlungsempfehlungen für Starkregen zusammengestellt. Beim Umweltamt sind auch eine Broschüre und ein Flyer zum Thema Starkregen erhältlich. ann

Offenbach: Unterirdische Bäche sorgen bei Starkregen für vollgelaufene Keller

Die Klimafunktionskarte wurde um das Wohngebiet Hafen erweitert. „Für jedes einzelne Gebäude gibt es jetzt eine Stellungnahme zur Gefährdung auf der heutigen Basis“, so Hollerbach. Auch beim Innovationscampus – das ehemalige Clariant-Gelände – und beim Baugebiet Waldhof-West wurde der Blick auf mögliche Überflutungen gerichtet.

Bei Starkregen steht das Wasser oft im Bereich des Isenburger Schlosses.

In Offenbach gibt es unterirdische Bäche, die bei Starkregen die Kanaldeckel hochtreten lassen und für vollgelaufene Keller und unpassierbare Unterführungen sorgen. Vor allem im Stadtteil Bieber sei das der Fall, so Hollerbach. Mit Überflutungssimulationen wurden die Fließwege und Staupunkte identifiziert und sind in eine Starkregengefahrenkarte eingeflossen, die die Klimafunktionskarten ergänzt. „Jetzt wissen wir, wie wir das Wasser dorthin kriegen, wo es unschädlich ist“, sagte Hollerbach. Es gelte, Retentionsräume zu schaffen. „Wasser lieber auf den Feldern als in der Stadt.“ (Annette Schlegl)

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