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Martin Faass hat im Januar die Leitung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt übernommen.

Kultur

Wissensspeicher seit 200 Jahren

Das Landesmuseum Darmstadt bereitet sich auf sein großes Jubiläum vor.

as Hessische Landesmuseum in Darmstadt plant eine engere Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen in Südhessen. „Wir wollen die wertvollen Ressourcen in der Region nutzen, um Besuchern weiterhin ein attraktives Programm zu bieten“, sagte der neue Museumsdirektor, Martin Faass. Bereits in der Vergangenheit habe es unterschiedliche Kooperationen gegeben, etwa mit dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum der ESA, der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft und der Technischen Universität, die allesamt in Darmstadt angesiedelt sind.

Faass ist seit Januar Direktor des Landesmuseums. Der 55 Jahre alte Kunsthistoriker leitete zuvor das Berliner Museum Liebermann-Villa. Seinen Angaben zufolge steht der Termin für den Festakt zum 200-jährigen Bestehen des Museums im Jahr 2020 fest. Er ist für den 9. Juli im kommenden Jahr geplant. „Wir arbeiten schon heute mit Hochdruck an diesem Ereignis“, sagte der Museumsleiter.

Stärkere Digitalisierung

Um das Museum auch künftig erfolgreich als „Wissensspeicher“ zu präsentieren, wolle man stärker auf Möglichkeiten der Digitalisierung setzen. Gleichwohl müssten weiterhin Exponate im Zentrum der Ausstellungen stehen. „Ich glaube, das authentische Objekt hat gerade in Zeiten der Digitalisierung eine besondere Funktion“, sagte Faass. So böten etwa Fossilienfunde oder Kunstwerke den Museumsbesuchern einen einzigartigen Eindruck.

Unter anderem wird das Landesmuseum vom 11. April bis 14. Juli eine Ausstellung zur Bauhaus-Gründung vor 100 Jahren in Weimar zeigen. Zu sehen sind Werke aus dem eigenen Bestand. Das Herzstück der etwa 100 Exponate umfassenden Präsentation bildet die „Meistermappe des Staatlichen Bauhauses 1923“. Sie gilt als Schlüsselwerk der europäischen Druckgrafik mit Arbeiten unter anderem von Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky sowie von Paul Klee und Oskar Schlemmer.

Unter dem Titel „Alltagstauglich! Schmuck von Jugendstil bis Art déco“ zeigen die Ausstellungsmacher vom 10. Mai bis 11. August erstmals die Privatsammlung von Astrid Ratz-Coradazzi mit rund 50 Stücken. Im Zentrum der Betrachtungen steht dabei der modische Alltagsschmuck in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, sozusagen das „Who is who“ des deutschen und österreichischen Schmuckdesigns.

Als „Ozeanische Gefühle“ präsentiert das Landesmuseum verschiedene künstlerische Videoproduktionen im monatlichen Wechsel. Nachdem die Französin Camille Henrot im Februar den Auftakt mit ihrem Film „Grosse Fatigue“ bestritten hat, geht es im März weiter mit einer Produktion des Videokünstlers Sven Johne. Sein Film „A Sense of Warmth“ wird dann im neuen Videoraum des Landesmuseums zu sehen sein. (dpa) 

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