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Die Wintersaison geht zu Ende.

Wintersport

Letzte Chance für Skifahrer in Hessen

Nur im nordhessischen Willingen laufen die Lifte noch. Die Betreiber bilanzieren eine ordentliche Saison.

Die Wintersportsaison geht in Hessen mit großen Schritten dem Ende entgegen. Doch gebietsweise sind Abfahrten auf Ski und Snowboard noch immer möglich.

In Hessens größtem Skigebiet im nordhessischen Willingen laufen die Lifte noch. „Voraussichtlich bis Ende nächster Woche – je nach Witterung. Jetzt ist der Endspurt angesagt“, sagte Jörg Wilke als Sprecher des Skigebiets Willingen. Doch wer jetzt noch fahren möchte, dem muss klar sein: Die Unterlage besteht überwiegend aus Kunstschnee. Links und rechts der fein modellierten Pisten ist es grün – der Frühling hält Einzug. Und die Zahl der geöffneten Lifte kann angesichts der milden Temperaturen täglich sinken.

Bislang zählen die Betreiber in Willingen mehr als 75 Lifttage. Auf einen Wert von mehr als 80 Tagen und einer Durchschnittssaison werden sie wohl kommen. Doch im Vergleich zur Vorsaison mit 110 Lifttagen war es deutlich weniger.

Sehr gut angenommen worden sei der Mitte Dezember eröffnete 8er-Sessellift. Für die Liftgemeinschaft Köhlerhagen war der Bau von Hessens längstem und komfortabelstem Sessellift ein Megaprojekt. Kosten: zehn Millionen Euro. Der 1500 Meter lange „K1“-Lift kann 3000 Menschen pro Stunde auf den Ettelsberg in 838 Meter Höhe bringen. Ausgestattet ist er mit Sitzheizung und Wetterschutzhauben. „Die Bahn lief gut und ist nördlich der Alpen in dieser Ausstattung einmalig“, sagte Wilke zu dem Prestige-Projekt. Und es gibt schon wieder neue Pläne: Mittelfristig soll am sogenannten Sonnenhang ein weiterer Sessellift gebaut werden und einen alten Schlepplift ablösen.

Nach der Skisaison ist in Willingen vor der Bikesaison. Ab Anfang April sollen die Hänge und Abfahrten für Mountainbiker geöffnet werden. Die Aktiven können ihre Räder per Lift auf den Berg befördern. Denn der neue „K1“ hat wechselbare Sitzgarnituren. An den Sommersesseln lassen sich Mountainbikes anbringen. Und das Geschäft mit den Bikern wachse, sagte Marina Kieweg als Sprecherin der Liftgemeinschaft Köhlerhagen. Zwölf Kilometer Freeride- und Downhill-Pisten stehen zur Verfügung. Zudem wird für Erlebnishungrige wieder die Sommerrodelbahn am Ritzhagen geöffnet. Auch eine Reifenrutsche gibt es.

Auf der Wasserkuppe ist Saison beendet

Auf der Wasserkuppe, Hessens höchstem Berg (950 Meter), wurde die Skisaison am Freitag beendet. „Der Schnee war aufgeweicht, es kamen auch keine Gäste mehr. Deswegen haben wir Schluss gemacht“, erklärte Martin Kirchner vom Skiliftbetreiber Wiegand. „Es waren mittlerweile viele milde Tage dabei – dann haben die Leute eher Lust auf Frühling und stellen sich nicht mehr auf die Ski. Das ist Psychologie.“

Für den Skiliftbetreiber auf Hessens höchstem Berg war es eine „sehr zufriedenstellende Saison mit gutem Besucher-Zuspruch. Wir hatten viele Gäste“, sagte Kirchner. Nach dem Saisonstart am 27. Dezember waren die Lifte an 72 Tagen in Betrieb. 74 waren es in der Vorsaison. Um die Möglichkeiten zur Kunstschnee-Produktion zu verbessern, sollen Teiche als Wasserspeicher vergrößert werden. Denn Kirchner weiß wie auch andere Fachleute: „Ohne Beschneiung ist Wintersport in deutschen Mittelgebirgen nicht mehr möglich.“

Neben den Sommerrodelbahnen, die als Besuchermagnet angeboten werden und in etwa drei Wochen wieder in Betrieb gehen sollen, kommt eine neue Attraktion auf die Wasserkuppe. Im April soll eine etwa 75 Meter lange Eisrutsche eröffnet werden. Der Höhenunterschied vom Einstieg bis zum Ausstieg betrage etwa 25 Meter. Auf einer vereisten Edelstahlrutsche kann man auf Kunststoffunterlagen hinabrutschen. Die nötige Kälte für die Vereisung der Rutsche liefern Kühlaggregate. „Erst bei Temperaturen von etwa 25 Grad schaffen die es nicht mehr und der Betrieb muss eingestellt werden“, erklärte Kirchner. So könne die Eisrutsche eine neue Besucher-Attraktion werden, die nur im Hochsommer pausieren müsss. Die Anlage des Rutschen-Herstellers Wiegand im osthessischen Rasdorf war im Winter auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt aufgebaut. (dpa)

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