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Ein Schwarzstorch fliegt im Eiterbacher Tal im Odenwald an einem Windrad vorbei.

Klima

„Fridays for Future“ rügt stockenden Windkraft-Ausbau in Hessen

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Die „Fridays for Future“-Aktivisten sehen beim Windkraftausbau die Landesregierung am Zug, Al-Wazir gibt dem Bund die Schuld.

Die Bewegung „Fridays for Future“ hält der schwarz-grünen Landesregierung vor, nicht genug für den Klimaschutz zu tun und den demonstrierenden Schülerinnen und Schülern gleichzeitig mit Bußgeld zu drohen. Hessen werde seiner Verantwortung nicht gerecht, sagte Dominik Lawetzky von der Wiesbadener „Fridays for Future“-Gruppe am Freitag.

Als Beleg nannte er den Umstand, dass in Hessen in der ersten Jahreshälfte 2019 „exakt null Windkraftanlagen“ in Betrieb genommen worden seien. Hessen stehe damit nicht allein, räumte Lawetzky ein.

Der Bundesverband Windenergie hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass im ersten Halbjahr in Hessen, Bayern, dem Saarland sowie den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg kein einziges Windrad ans Netz gegangen sei. In Baden-Württemberg, Thüringen und Schleswig-Holstein seien es jeweils nur ein oder zwei Windkraftanlagen gewesen.

Die ehemalige Landesschulsprecherin Emely Dilchert, die bei „Fridays for Future“ in Wiesbaden aktiv ist, fügte hinzu: „Die Grünen sind Teil einer Landesregierung, und da erwarten wir einfach mehr.“

Al-Wazir teilt Enttäuschung

Der grüne Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir teilt die Enttäuschung darüber, dass der Windkraftausbau stockt. Er deutet allerdings nach Berlin. „Die Bundesregierung droht gerade den Karren an die Wand zu fahren“, kommentierte der Minister die Entwicklung. „So darf das unter keinen Umständen weitergehen.“ Er setze darauf, dass der Windkraft-Gipfel, den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach der Sommerpause plant, „zu konkreten Ergebnissen“ komme.

Der Linken-Abgeordneten Torsten Felstehausen sagte, das Land könne auch selbst aktiv werden. Er forderte, der Landesbetrieb Hessen-Forst müsse die Pacht für Grundstücke senken, auf denen Windräder stehen.

Die „Fridays for Future“-Aktivisten hatten ihre Pressekonferenz im Landtag halten können, weil die Fraktion Die Linke sie dazu eingeladen hatte, deren Abgeordnete mit auf dem Podium saßen. Dilchert betonte jedoch, die Bewegung bleibe überparteilich. „Wir unterstützen jede Partei, die sich für wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz einsetzt.“ Die Bewegung habe auch andere Fraktionen angefragt, aber nur von den Linken eine schnelle Zusage erhalten.

Die Grünen-Fraktion zeigte sich verwundert über diese Aussage. Bei ihnen sei keine Anfrage von „Fridays for Future“ eingegangen, teilte Grünen-Sprecherin Lisa Uphoff mit.

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