FLUGHAFENAUSBAU

BI will nicht nur vor Gericht protestieren

MÖRFELDEN-WALLDORF. Eine Protestaktion in Form eines "phantasievollen Waldspaziergangs" hat für Sonntag, 26. Januar, das Bündnis der Bürgerinitiativen "Kein

MÖRFELDEN-WALLDORF. Eine Protestaktion in Form eines "phantasievollen Waldspaziergangs" hat für Sonntag, 26. Januar, das Bündnis der Bürgerinitiativen "Kein Flughafenausbau - Sofortiges Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr" vorbereitet. Von Walldorfs Gundhof aus, wo sich die Teilnehmer um 14 Uhr treffen, führt die Route zum geplanten Standort für die Wartungshalle des Airbus A 380 an der Okrifteler Straße. Geplant sind laut Veranstalter eine Kundgebung und viele Informationen zur Erweiterung des Rhein-Main-Airports. Die sonntägliche Aktion soll daher auch zeigen: Der Protest bleibt nicht nur im Gerichtssaal.

Die bekannt gewordenen Erweiterungspläne im Norden und Süden des Flughafens seien ein "einziges gigantisches Ausbauprojekt", erklärt die BI. Sie fürchtet, der Hallenbau ist nur der erste Abschnitt eines Südausbaus - auch wenn das die Flughafenbetreibergesellschaft Fraport dementiert. In Salamitaktik werde versucht, das Vorhaben durchzudrücken. Mit der Aktion will die BI hierüber die Sinne der Öffentlichkeit unter dem Motto "Was uns nach der Wahl erwartet" schärfen.

Die Fraport wolle etwa 115 Hektar Wald, davon 88 im Bannwald, südlich des Airports abholzen lassen. Das entspreche immerhin einer Fläche in der stolzen Größenordnung von mehr als 190 Fußballfeldern. Die geplante Rodungsfläche komme außerdem etwa der Hälfte jenes Waldes gleich, der in den achtziger Jahren für die Startbahn 18 West vernichtet worden sei.

Erster Schritt zum Ausbau ist nach BI-Meinung der Bau der A 380-Halle, die 350 Meter lang, 140 Meter breit und 34 Meter hoch werden soll. Für dieses Projekt müssten 20 Hektar Wald fallen. Aber es gehe eben nicht nur um die Wartungshalle. Hinzu kämen die Verlegung des bisherigen Flughafentores 31 und die Neutrassierung der Okrifteler Straße nach Süden hin in den Wald hinein.

Ursprünglich habe die Wartungsanlage für den großen Airbus innerhalb des umzäunten Flughafengeländes gebaut werden sollen. Doch jetzt habe Fraport wohl die Fläche des ehemaligen Air-Base-Geländes für ein Terminal 3 und weitere Betriebseinrichtungen vorgesehen. Dieses neue Terminal soll für eine Kapazität von 40 Millionen Passagiere jährlich ausgelegt werden. Nach dem ganz großen Ausbau könnten mehr als 100 Millionen Passagiere und eine Million Flugbewegungen in Frankfurt abgefertigt werden.

Nach BI-Meinung dienen daher alle baulichen Veränderungen letztlich einer enormen Kapazitätssteigerung auf Rhein-Main. Vor diesem Hintergrund gingen alle Überlegungen und Forderungen, die Halle solle innerhalb des heutigen Zauns gebaut werden, völlig am Problem vorbei. cas

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